Hochwasser

Neundorfer schlagen Alarm: Zustand der Gräben ist nicht akzeptabel

Gräben in der Gemarkung teilweise stark zugewachsen / Unterhaltungsverband: Zeitfenster zwischen Ernte und Bestellung sehr knapp

06.08.2021, 15:58
Hier am Neundorfer Ortsrand Richtung Güstener Busch ist nur noch zu erahnen, dass es sich um einen Graben handelt. Der soll aber im Fall der Fälle Oberflächenwasser ableiten.
Hier am Neundorfer Ortsrand Richtung Güstener Busch ist nur noch zu erahnen, dass es sich um einen Graben handelt. Der soll aber im Fall der Fälle Oberflächenwasser ableiten. Foto: Falk Rockmann

Falk Rockmann - Neundorf/Borne

Wenn Michael Zenker und Lothar Bechmann durch die Neundorfer Feldflur gehen, werden sie angesichts zugewachsener Entwässerungsgräben richtig sauer. „Bei der Grabenschau 2020 mit Vertretern des Unterhaltungsverbands Untere Bode wurde festgelegt, dass die Gräben um Neundorf gemäht beziehungsweise von Bäumen befreit werden sollen“, erinnert sich Zenker.

Hochwasser von 1994 noch in Erinnerung

Mit dem im Hinterkopf, was in Nordrhein-Westfalen passiert sei, habe man wohl verständlicherweise noch einen starken Grund mehr, sich Sorgen zu machen. „Der Zustand ist nicht akzeptabel.“

Ortschaftsrat Bechmann pflichtet ihm bei: „Die Pflegearbeiten sollten eigentlich gleich am nächsten Tag nach der Grabenschau beginnen. Wir haben auch das Hochwasser von 1994 noch in Erinnerung.“ Damals war Neundorf von den Wassermassen der Wipper überflutet worden.

Michael Zenker ist der Meinung, dass die Gräben durchgängig bearbeitet werden müssten, damit ein Durchfluss im Fall von Starkregen gewährleistet ist. Hecklingen könne man nur beglückwünschen, wenn dort jetzt der Beek gesäubert und saniert werden soll. Der sei ja auch für eine Entwässerung gebaut worden.

Zeitfenster für Pflege teilweise sehr knapp bemessen

Martina Ritterhaus, Geschäftsführerin des gescholtenen Unterhaltungsverbands, ist sich schon bewusst, was die Pflicht des Verbands ist. Nämlich für einen ordnungsgemäßen Wasserabfluss zu sorgen.

Laut Schauprotokoll sei Neundorf tatsächlich für 2021 vorgesehen. „In diesem Jahr ist viel gewachsen“, bittet sie um Verständnis. Die erste Runde habe man aus Richtung Glöthe bis Westeregeln auch schon gedreht. „Es ist eine Jagd“, ergänzt Verbandstechniker Hans-Dirk Sill. „Das Zeitfenster zwischen Ernte und Neubestellung ist ziemlich knapp bemessen, wo wir nur von landwirtschaftlichen Flächen aus an die Gräben gelangen.“ Beide versichern, dass Neundorf natürlich nicht vergessen werde.