Maskenpflicht

Nicht „oben ohne“

Übervorsichtig, könnte man meinen, sind die Staßfurter und Schönebecker mit der verschärften Maskenpflicht.

Staßfurt/Schönebeck l „Mein Großer ,zieht immer eine Schippe“, wenn ich die Maske aufsetze“, erzählt eine Mutti, während sie am Staßfurter Busbahnhof auf dem Bahnsteig neben einer älteren Dame auf den Bus wartet. Sie trägt ihre OP-Maske dennoch, allein weil sie Vorbild sein möchte vor den Kindern.

Auch auf dem Parkplatz am Real in Staßfurt sieht man die Kunden schon auf dem Weg zu den Einkaufskörben nicht „oben ohne“. Es gibt einzelne Ausnahmen.

Aber auch hier wird die neueste Verordnung offensichtlich überwiegend beherzigt, wonach keine Masken „Marke Eigenbau“ mehr verwendet werden dürfen. Abgesehen davon, das jene nun schon fast ein Jahr lang gestattet waren. Wie Schals übrigens auch – Geschichte.

„Wir halten uns daran, weil‘s verlangt wird“, bekommt man meist zur Antwort auf die entsprechende Frage.

Kontrollen finden – zumindest am Montagvormittag – hier auf dem Supermarkt-Parkplatz nicht statt. Das wäre bei so einer weiträumigen Fläche wohl auch kaum zu stemmen.

Die Maskenpflicht zu kontrollieren, sieht auch die Kreisverkehrsgesellschaft Salzland nicht als Hauptaufgabe ihres Fahrpersonals. „Wobei wir natürlich von unserem Hausrecht Gebrauch machen, wenn jemand partout keine Maske tragen will. Aber es kann niemand verlangen, dass unsere Fahrer nach drei Stationen durch den Bus gehen und kontrollieren, ob jemand die richtige Maske auf hat“, erklärt Bill Bank vom KVG-Marketing.

Wie sich derweil die Situation um die neue Maskenpflicht insgesamt darstellt, könne man am ersten Tag des Inkrafttretens noch nicht sagen, so Bank. Aber im Grunde sei man mit der Resonanz der Fahrgäste zufrieden. „Ausnahmen gibt es sicher überall.“

Auf dem jüngsten Staßfurter Wochenmarkt war dagegen zu erleben, dass Kunden sogar beim Einkauf unter freiem Himmel mit Maske unterwegs waren. Das verwundert auch die Staßfurter Ordnungsamts-leiterin. Schließlich sei das in Sachsen-Anhalt nicht gefordert, so Susanne Henschke. Diese Tatsache erkläre auch, warum das Ordnungsamt Staßfurt diesbezüglich nicht auf dem Wochenmarkt aktiv werde.

Die Sache mit den Masken scheint im allgemeinen noch immer Fragen aufzuwerfen. Vielfach sind die Bürger überrascht, wenn man ihnen sagt, dass es gegebenenfalls nicht unbedingt eine FFP2-Maske sein muss und dass die einfachen OP-Masken, die zuletzt überwiegend üblich waren, nach wie vor getragen werden dürfen.

Auch solche Fragen, ob denn das Personal beim Einräumen der Regals in Supermärkten einen Schutz vor Mund und Nase haben muss. Das hatte vor einiger Zeit ein Güstener Leser gefragt. Der Salzlandkreis ist uns die Beantwortung bis dato schuldig geblieben mit dem Verweis, dass es doch eine Landesverordnung sei, die das regele.

Die Chefin des Staßfurter Ordnungsamts sieht die Entscheidung dazu beim jeweiligen Hausherren.