Brumby l Für Peter Maier reichen die beiden neuen Stoppschilder an der „Unfallkreuzung“ der neuen Ortsumgehung nicht aus. „Anhalten mussten wir schon immer dort“, meint der Vertreter für Brumby aus dem Ortschaftsrat Förderstedt (Die Linke/offene Liste). „Man muss sich als Autofahrer dort so weit umdrehen, um etwas zu erkennen. Und die Autos auf der Ortsumgehung knallen mit 120 km/h auf die Kreuzung.“

Seit Montag hat die Kreuzung der neuen Ortsumgehung Brumby, eröffnet im Oktober 2018, zwei neue Stoppschilder. Sie sollen Autofahrer noch deutlicher ermahnen, dass sie aus Neugattersleben oder Brumby kommend anzuhalten haben. Außerdem wurden Sperrlinien auf die Fahrbahn aufgetragen.

"Anhalten und sich orientieren"

„Ich hoffe, die Autofahrer werden so zum Anhalten gebracht und nehmen sich Zeit, sich zu orientieren“, sagt Stefan Hörold. Der Chef des Bereichs West der Landesstraßenbaubehörde, der die Ortsumgehung Brumby gebaut hat, ist seit Monaten mit der Problem-Kreuzung beschäftigt. Es gab zahlreiche Beratungen mit Polizei und Straßenverwaltung. Im Januar hatte man die Schilder „Achtung Vorfahrt“ gesetzt. Das reichte nicht. Mit sechs Unfällen und acht Schwerverletzten hat die Kreuzung von Oktober 2018 bis April 2019 eine hohe Unfallbilanz.

Ortsvertreter Peter Maier hätte dort lieber einen Kreisverkehr oder eine Ampel gesehen: „Warten wir jetzt auf den nächsten großen Unfall, bis die Statistik wieder passt, um mehr tun zu können?“ Die Feuerwehr Brumby habe auf der Ortsumgehung bereits zwölf Einsätze gehabt, so Maier. „Einsätze, die eine zusätzliche Belastung sind.“ Er gibt zu Bedenken, dass auch Kinder mit Fahrrädern die Kreuzung passieren.

Ampel erstmal nicht

Für das Land Sachsen-Anhalt sind die neuen Stoppschilder die nächste schärfere Maßnahme, um der Kreuzung Herr zu werden. Ob es eine Ampel geben wird, beantwortet Stefan Hörold von der Landesstraßenbaubehörde mit: „Wir versuchen erst einmal mit der aktuellen Maßnahme, weitere Unfälle zu verhindern. Wir beobachten das Unfallgeschehen und bewerten, ob unsere Maßnahme Erfolg hat oder nicht.“ Wenn nicht, müsse man weiter überlegen.

Dass die neuen Stoppschilder aufgestellt wurden, rührt von einer Debatte im Landtag her, die fünf Tage zuvor stattfand. Die Landespolitik hatte sich am 9. Mai mit der gefährlichen Kreuzung befasst.

Stadtrat Matthias Büttner (AfD), der im Landtag Vorsitzender des Ausschusses für Landesentwicklung und Verkehr ist, hatte das Thema dort auf die Tagesordnung gehoben. „Es dauert mir zu lange, bis die Behörden in Brumby reagieren. Es braucht eine schnelle Entscheidung, um eine weitere Gefährdung von Menschenleben zu verhindern“, sagt Büttner. Vertreter der Landesregierung und der Polizei nahmen im Landtagsausschuss Stellung zur Kreuzung in Brumby.

Ursachen der Unfälle

Die Ergebnisse: Zur Ursache der Unfälle hieß es, dass die Fehler meistens die Autofahrer machen, die aus Richtung Neugattersleben kommen und unbedacht auf die Kreuzung fahren. Wahrscheinlich stoppen sie nicht, weil die Kreuzung für sie noch neu ist oder die Navigationsgeräte diese noch nicht erfasst haben.

Auch Ralf Felgenträger, der von Seiten des Salzlandkreises für die Verkehrsordnung zuständig ist, erklärte gegenüber der Volksstimme, „dass sich die Unfälle nicht aus Richtung Calbe oder Brumby ereignen, sondern aus Richtung Neugattersleben.“

Und mögliche Sicherheitsmaßnahmen für die Kreuzung besprachen Landtagsabgeordnete und Vertreter der Landesregierung in der Sitzung. Ein Kreisverkehr, der das Tempo vor Ort herausnehmen könnte, wurde vorgeschlagen. Daraufhin hieß es, dass Anträge, Planung und Bau eines Kreisverkehres bis zu fünf Jahre dauern könnten. Also keine schnelle Lösung.

Eine Ampel einzurichten, würde mit „nur“ rund sieben Monaten Planungszeit auch zu lange dauern, war ein weiteres Ergebnis. „Wir haben schließlich als Sofortmaßnahme Stoppschilder auf beiden Seiten der Straße, von Neugattersleben und von Brumby kommend, beantragt“, erklärt Büttner. Die Landesstraßenbaubehörde wurde beauftragt, sie so schnell wie möglich aufzustellen.

Im Ort Brumby ist bereits die Rede davon, dass es einen Toten beim letzten großen Unfall im März gegeben habe. Jedoch kann die Polizei das nicht bestätigen. Der Fahrer wurde nicht als Todesopfer erfasst, weil er erst im Krankenhaus gestorben sein soll.