Oberbürgermeister Zok und Kreistagsmitglied Püchel machen sich für Salzstadt stark

Politiker sehen den Hauptsitz der neuen Arbeits-Agentur in Staßfurt

Von René Kiel

Staßfurts Oberbürgermeister René Zok (parteilos) macht sich dafür stark, dass die neue Agentur für Arbeit für den gesamten Salzlandkreis ihren Sitz in Staßfurt nimmt. Unterstützung dafür bekommt er vom Kreistagsabgeordneten Manfred Püchel (SPD) aus Etgersleben. Die Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer (CDU) brachte als Standort inzwischen die Außenstelle des Landratsamtes in der Ermslebener Straße 77 in Aschersleben ins Spiel.

Staßfurt. "Die Stadt Staßfurt ist einfach prädestiniert dafür", rührte Zok gestern die Werbetrommel für seine Kommune.

"Wenn man über den Salzlandkreis redet und dann noch speziell über die Ansiedlung von bestimmten Institutionen, muss man sich die Situation ansehen." Damit zielte das Stadtoberhaupt auf die Mittellage der Stadt im neuen Großkreis, die sehr gute Verkehrsanbindung und die gute Erreichbarkeit Staßfurts mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab.

Der Oberbürgermeister könnte sich vorstellen, dass die neue Behörde in die Außenstelle des Landratsamtes in der Bernburger Straße 13 einzieht, wo sich bereits die Geschäftsstelle Staßfurt der Agentur für Arbeit Sangerhausen befindet. Denkbar wäre aus seiner Sicht aber auch ein Einzug in die Ende des Monats freiwerdende Sekundarschule "Hermann-Kasten" oder notfalls auch in das Förderstedter Rathaus.

Zok: "Auf Vorschlag der Stadträte prüfe ich derzeit, ob wir uns mit unserem Wunsch an den Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg wenden sollen."

Der ehemalige Landtagsabgeordnete und heutige Kreistagsabgeordnete Manfred Püchel, der 2009 erfolgreich für Staßfurt als Hauptsitz der Kreissparkasse geworben hatte, unterstützt die Bemühungen des Oberbürgermeisters. "Das wäre für die Stadt Staßfurt eine Aufwertung als Mittelzentrum. Für die Staßfurter selbst hätte das jedoch keine direkten Auswirkungen, weil für sie weiterhin die Ansprechpartner in der Agentur-Geschäftsstelle wichtig sind", sagte der Etgerslebener. Zum Hauptsitz der Arbeitsagentur müssten nur die wenigsten Arbeitslosen und dann auch nur in Ausnahmefällen.

"Wichtiger ist für mich zurzeit aber, dass eine vernünftige Lösung für den Klinikstandort Staßfurt gefunden wird", betonte Püchel.

Nora George, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Sangerhausen, sagte, das Ganze sei jetzt erst in einem Vorschlagsstadium. Betroffen von der Umstrukturierung der Arbeitsverwaltung in Deutschland seien nicht nur Agenturen in Sachsen-Anhalt, sondern in der ganzen Bundesrepublik, zum Beispiel auch in Bayern. Mit den Plänen würden sich zunächst die Verwaltungsausschüsse der Agenturen befassen, aber dazu keine Beschlüsse fassen. Die Vorschläge würden ausgewertet und der Bundes-agentur in Nürnberg zugeleitet. George: "Dort tagt Ende September der Verwaltungsrat und beschließt, wie es weiter geht."

Wie George der Volksstimme sagte, könne sie nachvollziehen, dass die Arbeitsverwaltung an die neuen Kreisgrenzen angepasst werden soll, um eine stärkere Vernetzung mit den Akteuren der Arbeitsmarktpolitik auf Landes- und Kreisebene zu erreichen. Derzeit habe der Landkreis auf diesem Gebiet gleich drei Ansprechpartner, die Agenturen für Arbeit Sangerhausen für den Altkreis Aschersleben-Staßfurt, Dessau-Rosslau für Bernburg und Magdeburg für Schönebeck. Nur einen Partner zu haben, sei für die Kreise besser.

"Wir sind von dem durchaus nachvollziehbaren und praktikablen Konzept, wonach der Salzlandkreis einen eigenen Agenturbezirk bilden soll, überrascht worden. Wir hatten damit gerechnet, dass der Altkreis Aschersleben-Staßfurt Dessau-Rosslau oder Magdeburg zugeschlagen wird", sagte die Agenturchefin.

Über wieviele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die neue Behörde am Ende verfügen wird, steht noch nicht genau fest. Die Agentur für Arbeit Sangerhausen, die für den Altkreis Aschersleben-Staßfurt und für den Kreis Mansfeld-Südharz zuständig ist, zum Beispiel hat derzeit insgesamt 230 Beschäftigte.