Millionen-Investition bei CIECH

Salz aus Staßfurt für ganz Europa

Der Zeitplan stimmt. Im vierten Quartal soll die neue Salzanlage der CIECH Gruppe in Staßfurt ihren vollen Betrieb aufnehmen. Ein 140-Millionen-Euro-Projekt.

Von Sabine Lindenau
Das von CIECH in Staßfurt hergestellte Salz ist Ausgangsstoff für eine Vielzahl von Produkten, die in der Verarbeitung von Lebensmitteln, in der Pharmaindustrie, in der Wasseraufbereitung und -enthärtung, als Reinigungsmittel in Spülmaschinen sowie als Industriesalz in verschiedenen industriellen Prozessen eingesetzt werden.
Das von CIECH in Staßfurt hergestellte Salz ist Ausgangsstoff für eine Vielzahl von Produkten, die in der Verarbeitung von Lebensmitteln, in der Pharmaindustrie, in der Wasseraufbereitung und -enthärtung, als Reinigungsmittel in Spülmaschinen sowie als Industriesalz in verschiedenen industriellen Prozessen eingesetzt werden. CIECH SA

Staßfurt - Es galt über Jahrhunderte als weißes Gold. Ohne Salz wäre das Leben fad. Längst nicht nur dem Essen verleiht es die richtige Würze. Auch in vielen anderen Bereichen ist es unerlässlich. Das zeigt der globale Markt für Gewerbesalze. Im Jahr 2019 wurde dieser von Experten auf 13,29 Milliarden Euro geschätzt und soll bis 2027 einen deutlich höheren Wert von 20,4 Milliarden Euro erreichen. Zahlen, die die Millioneninvestition der Ciech-Gruppe in Staßfurt un-terstützen. Der polnische Konzern trifft mit der neuen Anlage für das weiße Gold genau ins Schwarze. 140 Millionen Euro sind in die neue Anlage geflossen, die sich derzeit in der Vorinbetriebnahmephase befindet.

„Dank unserer qualitativ hochwertigen Solevorkommen und dem zweistufigen Reinigungsverfahren sind wir in der Lage, die Anforderungen für die Produktion von Pharmasalz zu erfüllen und den Markt zu bedienen“, erklärte Miroslaw Skowron, Vorstandsmitglied der Ciech-Gruppe, bei der ges-trigen virtuellen Pressekonferenz. „Unser Plan ist es, alles für die Produktion von pharmazeutischem Salz im vierten Quartal in die Wege zu leiten.“

Die ersten in Staßfurt hergestellten Nasssalz-Produkte und Salztabletten wurden bereits ausgeliefert. Die verschiedenen Erzeugnisse werden vornehmlich in ganz Europa vertrieben, pharmazeutisches Salz soll später auch weltweit exportiert werden. Ein Hauptabsatzmarkt wird Deutschland sein. Vor allem, wenn es um Salztabletten geht. Denn hierzulande sei das Wasser weitaus härter als in den Nachbarländern, so Skowron. Das in Staßfurt nahezu vollautomatisch produzierte Salz findet Anwendung in vielen Endprodukten, etwa in Medikamenten, Kosmetika und verarbeiteten Lebensmitteln. Gerade die steigende Nachfrage nach Gewerbesalzen in der Abwasseraufbereitung könne Ciech mit den in der neuen Anlage vom Band laufenden Salztabletten bedienen. Auch die Verwendung von Natriumchlorid bei der Herstellung vieler Produkte in der pharmazeutischen Industrie wachse. Hier will CIECH auch weltweit exportieren. Das ist aber noch Zukunftsmusik.

„Wir liegen mit unserer neuen Anlage im Zeitplan“, sagt Andrzej Dawidowski, Leiter des Geschäftsbereichs Salz der Ciech-Gruppe. Er geht davon aus, dass die Anlage bis Ende des Jahres ihren vollen Betrieb aufgenommen haben wird. Die Kapazitätsgrenze liegt bei 450 000 Tonnen Siedesalz. Sei dieser Zielwert erreicht, werde die Ciech-Gruppe zu den führenden europäischen Herstellern von Siedesalz gehören und gleichzeitig der größte Anbieter von Salztabletten in Europa sein.

Eigene Solevorkommen, ei-ne eigene Energieversorgung sowie die effiziente und umweltfreundliche MVR-Technologie würden die Anlage zur Herstellung von Siedesalz zu einer der modernsten und umweltfreundlichsten in Europa machen, hieß es gestern.

Auch die Zahl der Mitarbeiter steigt. Durch die 140 neuen Arbeitsplätze wächst die Gesamtbelegschaft in Staßfurt auf über 500 Arbeitsplätze an, wodurch das Salzwerk zu einem der größten Arbeitgeber der Region wird. Skowron und Dawidowski lobten die über Jahre gewachsenen guten Beziehungen mit den Behörden und Firmen vor Ort. Viele Beschäftigte, auch von den neu eingestellten, würden aus der Umgebung kommen.