Staßfurt l Warum nicht zugreifen? Auch wenn ein Neubau wirtschaftlicher wäre, hat sich die Stadt Staßfurt im April 2018 für ein Fördermittelprogramm angemeldet. Mit den Geldern soll die Sporthalle der Uhlandschule saniert werden. Das wäre ein „Abwasch“, denn dort ist sowieso schon die Baustelle eingezogen, seit dem Sommer 2018 läuft die energetische Sanierung des Schulgebäudes.

Jetzt bestätigt das Ministerium für Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt: Die Fördergelder gehen definitiv nach Staßfurt, der Förderbescheid für die Uhland-Sporthalle geht raus. Ihr Zustand wird als „stark sanierungsbedürftig“ bewertet.

1,6 Millionen Euro Kosten

Über das Förderprogramm Stark III plus Efre erhält die Stadt Staßfurt einen Förderbescheid in Höhe von 757.976,09 Euro. Das sei knapp die Hälfte der Gesamtkosten von 1,6 Millionen Euro, so Sandra Peschke, Sprecherin des Ministeriums.

Die Schulsporthalle „Ludwig Uhland“ kann demnach mit der Unterstützung dieser Fördermittel von der EU und des Landes Sachsen-Anhalt energetisch und allgemein saniert werden. Den restlichen Teil des Geldes von rund 800.000 Euro muss die Stadt Staßfurt aus eigener Kasse zahlen und hat ihn in den Haushaltsjahren 2019 bis 2021 eingeplant.

Ein konkreter Baustart steht nicht fest. Vor einem Baubeginn müssen Ausschreibungen erfolgen, die mehrere Monate Zeit dauern.

Langfristig Energie sparen

Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder kommentierte die Förderung mit den Worten: „Die finanzielle Unterstützung der Europäischen Union und des Landes Sachsen-Anhalt hat gleich mehrere positive Effekte.“ Die Grundschüler bekämen eine moderne Turnhalle und die Kommune spare langfristig Energiekosten.

Die Sporthalle wurde 1980 gebaut. Die kleine Turnhalle mit einem Spielfeld ist ein DDR-Typenbau und wird hauptsächlich von den Uhlandschülern für den Schulsport genutzt.

Geplant sind folgende Arbeiten, die die Energieeffizienz des Gebäudes auf den neuesten Stand bringen: Die komplette Gebäudehülle muss neu gedämmt werden, dazu neue Aluminiumfenster und neue Außentüren. Die Ölheizung wird durch eine neue gasbetriebene Brennwerttechnik ersetzt. Statt der alten Lüftungsanlage wird eine neue wärmerückgewinnende Lüftungstechnik eingebaut. In den Nebenräumen werden gusseiserne Radiatoren durch Heizkörper und eine neue Leitungsführung ersetzt. Die Hallenbeleuchtung wird ballwurfsicher auf LED-Basis umgestellt.

Innen alles neu

Aber auch Maßnahmen der allgemeinen Sanierung stehen bei dem 38 Jahre alten Bau dringend an. Alle Fußböden werden erneuert, die Umkleiden bekommen einen neuen Linoleumbelag, die Waschräume neue Fliesen. Ver- und Entsorgungsleitungen, Elektroverteilung sowie Toiletten und Duschen werden neu gemacht. Innenwände und Decken werden gestrichen.

Ende 2018 hatte die Stadtverwaltung angekündigt, die notwendigen Gelder zur Sanierung zusammenzustellen. Ein Neubau sei zwar wirtschaftlicher, aber dies sei über das Förderprogramm Stark III nicht möglich, hieß es. Wichtiger sei, dass die Stadt selbst so wenig wie möglich zahlen müsse. Stadträte hatten diese Herangehensweise bei einer Ausschusssitzung kritisiert, da auch die Grundsubstanz und eigentlich alles an dem Gebäude marode sei, da damit Fördermittel und letztendlich Steuergelder verschwendet würden, weil ein Neubau günstiger sei, und da Altlasten unter dem Gebäude vermutet werden.