Staßfurter Unternehmen setzt Pumpwerk in die Kamplake

Sodawerk hilft, Grundwassersituation auch um Unseburg zu entspannen

Von Falk Rockmann

Dass auch die Industrie mit der hohen Grundwassersituation zu kämpfen hatte und hat, war bislang in der Öffentlichkeit weniger bekannt. Das Sodawerk Staßfurt ergriff nun die Initiative und erhöhte die Pumpleistungen an der Unseburger Kamplake zur Abführung des Wassers in die Bode. Fachleute rechnen, dass damit der Grundwasserzufluss zum Nachklärteich verringert werden könne, erklärte die Geschäftsführung des Sodawerks.

Staßfurt/Unseburg. Vollgelaufene Wohnhäuser und Keller, überflutete Badegewässer gehörten vielfach zur Berichterstattung über Hochwasser und Grundwasser seit Anfang des Jahres. Aber auch die einheimische Industrie war beziehungsweise ist von der komplizierten Lage betroffen.

"Nach der Wende wurde der Betrieb zahlreicher Pumpstationen eingestellt. So zum Beispiel auch an der Kamplake in Unseburg. Seit dem betreibt die Sodawerk Staßfurt GmbH Co. KG im Umfeld der industriellen Absetzanlage die Wasserhaltung für die gesamte Region Unseburg", erklärt die Geschäftsführung der Sodawerk Staßfurt GmbH Co. KG das Problem. In dem Nachklärteich der Absetzanlage müsse aber aus verschiedenen Gründen ein Wasserstand von 60 Meter über NN (Normal-Null)gehalten werden. Um diese Forderung zur erfüllen, musste nun das Unternehmen mit hohem finanziellen Aufwand die Förderleistung der beiden Rückführwasserpumpen, die derzeit etwa 1000 Kubikmeter pro Stunde über eine Entfernung von sechs Kilometer zur Bode in Staßfurt pumpen, ständig erhöhen.

300 m3/h von der Kamplake in die Bode

Durch die nunmehr veränderte Grundwassersituation gelangte die Technik nun an ihre Leistungsgrenze.

Neben den Maßnahmen direkt am Nachklärteich der industriellen Absetzanlage in Unseburg entschloss sich das Sodawerk Staßfurt, eine Pumpstation an der Kamplake aufzubauen. Fachleute meinen, dass hiermit der Grundwasserzufluss zum Nachklärteich verringert werden und dies zur Entspannung der Gesamtsituation beitragen könne.

Innerhalb von nur zwei Tagen wurde das Vorhaben umgesetzt. Die Pumpstation schafft 300 Kubikmeter Wasser pro Stunde in die Bode abzuführen.

Lob an Beteiligte und Kritik an Wassercent

"Das war nur möglich, weil alle Beteiligten in beispielgebender Weise und völlig unbürokratisch die Maßnahme unterstützten. Hierfür möchten wir uns ganz herzlich bedanken", heißt es aus der Chefetage des Sodawerks, die in diesem Zusammenhang die Untere Wasserbehörde und die Straßenverkehrsbehörde des Salzlandkreises nennt, Bürgermeister Peter Fries. Gertraud Bunke und ihren Verein für die völlig unkomplizierte Bereitstellung der erforderlichen Grundstücke. Das Sodawerk dankt auch den Anglern für ihr Verständnis, den Staßfurter Baubetrieben und der KSMM für die unverzügliche und qualitäts- gerechte Bauausführung.

Dank gelte nicht zuletzt auch den eigenen mit der Maßnahme beauftragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Das Sodawerk gestattet sich noch den Hinweis, dass die Energieversorgung mit einem Notstromaggregat nur eine befristete Übergangslösung darstelle.

Und noch etwas. "Neben den zusätzlichen Kosten für die Wasserhaltung drohen dem Unternehmen mit der von der Landesregierung neuerdings wieder erwogenen Erhebung eines Wassernutzungsentgeltes weitere zusätzliche Aufwändungen. Wirtschaftsförderung und die Unterstützung der einheimischen Industrie stellen wir uns da schon etwas anders vor", lässt die Geschäftsführung des Sodawerks wissen.