Alte Bahntrasse

Stadtrat will Radweg zwischen Schneidlingen und Cochstedt

Von Nora Stuhr
Alte Bahngleise zwischen Schneidlingen und Cochstedt. Foto: N. Stuhr

Schneidlingen/Cochstedt/Hecklingen

Die Bemühungen zum Bau eines Radweges zwischen Cochstedt und Schneidlingen gehen weiter. Bevor die Stadt Hecklingen und anderer Befürworter sich um Geld aus möglichen Fördermittelprogrammen bemühen, muss der Verlauf der Strecke sicher sein.

Deshalb wird jetzt geprüft, ob eine alte Trasse der Deutschen Bahn (DB) Netz AG umgenutzt werden kann. Die Stadt soll sich darum bemühen. Das hat der Stadtrat jetzt einstimmig festgelegt. Am vergangenen Donnerstag wurde über einen entsprechenden Arbeitsauftrag abgestimmt, was die Verwaltung jetzt konkret unternehmen soll. Alle 17 anwesenden Mitglieder der Beratung stimmten zu.

Damit gab es grünes Licht für einen schriftlichen Vorschlag. Es handelt sich um einen Beschlussantrag der SPD-Fraktion des Stadtrates.

Abstimmungen mit der Deutschen Bahn

Wie geht es jetzt weiter? Der Rat hat zugesteimmt und damit beschlossen, dass Bemühungen der Stadt jetzt darauf hinauslaufen werden, den stillgelegten Streckenabschnitt in Abstimmung mit der DB von Bahnbetriebszwecken freizustellen. Dazu muss gepürft werden, ob das möglich ist. Die Weichen dazu soll der Bürgermeister der Stadt Hecklingen Uwe Epperlein (WGH) bis 25. Mai stellen. Diese Frist wurde per Beschluss vom Rat festgelegt.

Außerdem soll die Finanzierung zum Bau des Radweges vorbereitet werden. Hier verweist die SPD in ihrem Antrag auf das Förderprogramm „Stadt und Land“. Denn Länder und Gemeinden können darüber Bundesmittel vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) für Radverkehrsinfrastrukturprojekte vor Ort abrufen. „Das BMVI hat dafür das Finanzhilfe-Sonderprogramm 'Stadt und Land' aufgelegt und mit den Ländern abgestimmt. Bis zu rund 660 Millionen Euro stehen bis 2023 dafür bereit“, heißt es dazu in einer Pressemeldung des BMVI.

Epperklein wurde von seinen Räten beauftragt, mit der entsprechenden Ansprechpartnerin vom Landkreis in Kontakt zu treten, um die Voraussetzungen für einen Fördermittelantrag zu definieren. Darüber will der Rat zeitnah aktuell informiert werden.

Thema zieht sich schon ewig hin

Bevor über diesen Arbeitsauftrag abgestimmt wurde, diskutierten die Mitglieder darüber. „Wir möchten die Wichtigkeit, dass es jetzt weiter geht, deutlich untermauern. Der Radweg zieht sich über Jahre. Ein klarer Arbeitsauftrag war unsere Intension“, begründete der Vorsitzende der SPD-Fraktion Roger Stöcker den Antrag.

Das ist auch die Meinung von Schneidlingens Ortsbürgermeister Martin Zimmermann (SPD): „Der Bund stellt Geld zur Verfügung. Daher sollte die Klärung der Strecke jetzt so schnell wie möglich vorangetrieben werden“, sagte der Stadtrat. Er verwies darauf, dass die SPD-Fraktion dies auch mit der Fraktion ASH(Aktionsbündnis Stadt Hecklingen)/Linke im Stadtrat abgestimmt habe. Vorsitzender ist Cochstedts Ortsbürgermeister Wolfgang Weißbart. Auch er spricht sich seit Jahren für den Bau eines Radweges seines O mit dem benachbarten Schneidlingen aus.

Landstraße ist zu gefährlich für Radfahrer

Bisher müssen Radler auf der Landstraße eine kurvenreiche Strecke in Kauf nehmen, was nicht ungefährlich ist. In der Vergangenheit hatte die Stadt zwei Varianten vorgeschlagen. Die, auf die sich die Orte verständig hatten, scheiterte aber an einer damit verbundenen Überquerung. Radler hätten wieder über die gefährliche Landstraße (Schneidlinger Straße) gehen müssen, um auf der anderen Seite weiter zu fahren. Der Landkreis hatte einem vorgeschlagenes Tempo-Limit für die Fahrzeuge nicht zugestimmt. Daher verliefen die Pläne im Sand.

Eine zweite Variante, die aber von den Ortschaftsräten beider Orte abgelehnt wurde, ist ein Radweg, der nicht einsehbar durch das Hinterland führt. Das wurde von vielen Räten als zu gefährlich eingestuft, da die Strecke auch von Schulkindern genutzt werden soll.

Die Bahntrasse wäre eine dritte neue Strecke und zugleich eine Lösung. Keine Straße müsste überquert werden. Der Weg würde direkt neben der Straße verlaufen und wäre einsehbar.

E-Mail nicht angekommen?

Hecklingens Bürgermeister Uwe Epperlein (Wählergemeinschaft Hecklingen) teilte dem Stadtrat mit, dass die DB bereits angeschrieben wurde. Per Mail sei das nicht möglich gewesen. „Sie wurde nicht beantwortet". Der Leiter des Bauamtes Frank Schinke merkte dazu an, dass das Schreiben als unzustellbar zurück kam.

Epperlein sagte, dass er Bedenken zur Rechtmäßigkeit hat. „Das heißt nicht, dass wir uns nicht kümmern wollen. Zunächst müsse geklärt werden, ob die DB in der Lage sei, die Trasse freizugeben.

„Die Anfrage bei der DB ist schon platziert.“ Die Frage, ob die Stadt Hecklingen antragsberechtig ist oder nicht, stehe nach wie vor im Raum, so Schinke.

Uwe Epperlein machte auf zwei bereits bestehende Trassenführungen aufmerksam. Diese würden bestehen. Diese Aussage kann Ortsbürgermeister Weißbart nicht verstehen: „Dazu wünsche ich mir ein klärendes Gespräch mit Dir!“, richtete er das Wort an Epperlein. Weißbart erinnerte den Bürgermeister daran, dass die bestätigte Trasse mit der Straßenüberquerung nicht möglich war, weil der Kreis die Tempo-Reduzierung untersagt hat. Die andere Variante durch das Hinterland sei ausgeschlossen gewesen.