Krisenhilfe

THW Staßfurt nach Ahrweiler ausgerückt

Die Kameraden sichern in ihren ersten Einsätzen im Überschwemmungsgebiet ein Versorgungswerk gegen Diebstahl und räumen in einer Realschule auf.

Von Franziska Richter 09.08.2021, 18:19
Das THW Staßfurt baut einen Zaun um einen Versorgungspunkt in Ahrweiler auf, weil dort immer wieder gestohlen wurde.
Das THW Staßfurt baut einen Zaun um einen Versorgungspunkt in Ahrweiler auf, weil dort immer wieder gestohlen wurde. Foto:THW Staßfurt

Staßfurt - Ihre ersten beiden Einsätze haben die Kameraden vom THW Staßfurt im Krisengebiet hinter sich. Am Samstag sind fünf Kameraden mit einem Gerätekraftwagen in Staßfurt gestartet. Zusammen mit drei Kameraden des THW Calbe rückten sie in den überschwemmten Landkreis Ahrweiler aus. „Wir können nicht alle Kameraden herunterschicken“, erklärt Marco Wagner vom THW Staßfurt zur Anzahl. „Falls bei uns etwas passiert, muss noch jemand da sein.“

Die ganze Woche über werden die Staßfurter in Bad Neuenahr-Ahrweiler bleiben. Die Ahr fließt mitten durch das sonst beschauliche 28000-Einwohner-Städtchen und hatte alles mit sich gerissen. Nach drei Wochen laufen die Aufräumarbeiten immer noch. „Der Schlamm ist immer noch da. An manchen Ecken sieht es katastrophal aus, an manchen schon wieder fast wohnlich“, berichtet Marco Wagner von seinen Eindrücken.

Ablösung für eine Woche

Die Staßfurter und Calbenser haben die THWler aus Magdeburg und Haldensleben abgelöst. Die Einsätze dieser THW-Fachgruppen für Notversorgung und Notinstandsetzung sind wochenweise geregelt. Neben den Kollegen aus Calbe sind auch Halberstädter und Stendaler sowie Gruppen aus ganz Deutschland vor Ort.

Nachdem die Staßfurter am Wochenende ihre Feldbetten aufgebaut hatten, kam die erste Anforderung am Sonntagnachmittag. Es ging ins Haribowerk in Bad Neuenahr-Ahrweiler, das jetzt Versorgungswerk ist. Das DRK hat dort ein Zentrum aufgebaut, von dem aus Helfer per Shuttle ins Einsatzgebiet gefahren werden, die Einheiten versorgt werden und Betroffene sich Essen und Dinge des täglichen Bedarfs abholen können.

„Aus den dortigen Lagern und Zelten war in letzter Zeit immer wieder geklaut worden“, berichtet Marco Wagner. Sprich, Diebe hatte das gestohlen, was eigentlich für die Betroffenen der Flutkatastrophe vorgesehen war. „Deswegen haben wir dort zusammen mit weiteren Helfern einen Zaun aufgebaut“, so Wagner.

Einsatz Nummer 2 stand dann am gestrigen Montag an. Dieses Mal in einer Realschule der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler. Marco Wagner berichtet gestern: „Gemeinsam mit dem Hausmeister und vielen Eltern haben wir heute die Sanitäranlagen dieser Schule wieder in Betrieb genommen. Außerdem haben wir noch Schutt weggefahren und bei Stemmarbeiten geholfen.“ Gleich hinter der Schule sei ein Flutgraben, und auch die Ahr sei immer in Hörweite.

Die Stimmung unter den Helfern sei gut, alle seien motiviert, die Versorgung der Helfer einwandfrei organisiert.

Alle fünf Staßfurter wurden von ihren Arbeitgebern für diese Woche freigestellt, die Kosten für den Arbeitsausfall übernimmt der Bund wie es bei vielen solcher Einsätze geregelt ist.