Hochzeit

Trauungen unter freiem Himmel auf der Egelner Wasserburg noch möglich

Vier Standesbeamte der Egelner Mulde erfüllen Terminwünsche der Heiratswilligen

Das Standesamt der Verbandsgemeinde Egelner Mulde ist wieder komplett. Uwe Lachmuth, Sascha Josuns, Julia Gumtz und nunmehr auch Anita Nitschke (von links) können den Heiratswilligen zum Eheglück verhelfen.
Das Standesamt der Verbandsgemeinde Egelner Mulde ist wieder komplett. Uwe Lachmuth, Sascha Josuns, Julia Gumtz und nunmehr auch Anita Nitschke (von links) können den Heiratswilligen zum Eheglück verhelfen. Foto: René Kiel

René KielEgeln

„So viel Standesbeamte wie jetzt hatten wir eigentlich immer“, sagte die Hauptamtsleiterin der Verbandsgemeinde Egelner Mulde, Dagmar Witzke. Zu einer Reduzierung war es durch personelle Veränderungen im Bürgerservice gekommen.

Dessen neue Leiterin Anita Nitschke ist jetzt die vierte im Bunde. Sie hatte sich wie ihr Vorgänger, Sascha Josuns, der am 1. Juli des vergangenen Jahres vom Leiter des Bürgerservices zum Bau- und Ordnungsamtsleiter aufgestiegen war, an der Akademie für Personenstandswesen in Bad Salzschlirf im osthessischen Landkreis Fulda in einem 14-tägigen Lehrgang zur Standesbeamtin qualifiziert.

Vier amtliche Hochzeits-Helfer

Damit verfügen in der Verbandsgemeinde nunmehr vier Frauen und Männer über die Befähigung, heiratswilligen Paaren aus der Egelner Mulde und darüber hinaus zum Eheglück zu verhelfen. Bei den anderen beiden Kollegen handelt es sich um Julia Gumtz und Uwe Lachmuth. Letzterer ist mit seinen 17 Dienstjahren inzwischen ein alter Hase unter den Standesbeamten in der Egelner Mulde.

„Sie leisten eine wichtige Arbeit, die Menschen ins Leben und aus dem Leben zu begleiten“,sagte die Hauptamtsleiterin unter Hinweis darauf, dass auch die Beurkundung von Geburten sowie von Eheschließungen und Sterbefällen zu ihren Aufgaben gehört. Darüber hinaus kommen auch immer mehr Anfragen für die Ahnenforschung oder zur Ermittlung von Adressen hinzu. „Die Recherche erfordert einen großen Zeitaufwand“, sagte Dagmar Witzke.

Im vergangenen Jahr hatten insgesamt 51 Paare aus der Verbandsgemeinde den Bund fürs Leben geschlossen, davon 43 durch das Standesamt in Egeln. Sie kommen nicht nur aus den fünf Mitgliedsorten der Egelner Mulde, sondern auch darüber hinaus. Inzwischen sind auch Eheschließungen von gleichgeschlechtlichen Paaren in Egeln keine Seltenheit mehr. Im vergangenen Jahr zum Beispiel hatte Uwe Lachmuth zum ersten Mal in seinem Leben zwei Männer aus Wanzleben getraut. „Das war eine positive Erfahrung für mich“, sagt er heute über diese Premiere.

Museum oder Ostbastion kosten extra

Trauungen können in der Verbandsgemeinde im Sitzungssaal des Egelner Rathauses oder bei einem ganz kleinen Kreis auch im Büro der Standesbeamten erfolgen. „Dafür fallen keine Kosten an“, sagte die Hauptamtsleiterin. Anders sieht das bei der Nutzung des historischen Trauzimmers im Foyer des Museums mit stilvollem Mobiliar auf der Wasserburg aus. Das gleiche gilt für Eheschließungen unter freiem Himmel im Rundtürmchen der Ostbastion. Die Möglichkeit, im Minneturm der Burg zu heiraten, besteht erst seit einigen Jahren, was bei einer sommerlichen Witterung ohne Regenschauer auch ein ganz besonderes Ereignis ist, so Lachmuth.

Diese Freiluft-Termine sind bei den Heiratswilligen übrigens sehr gefragt. „In diesem Jahr sind noch zwei Open-Air-Termine frei“, sagte der Standesbeamte und nannte den 10. Juli und den 21. August. „Wer noch Interesse hat, kann sich im Rathaus anmelden“, sagte Lachmuth und fügte hinzu: „Umrahmt von alten Mauern und von Trauerweiden sowie Linden gesäumt findet man hier ein ganz besonderes Flair.“ Der freie Anmarschweg bietet den Brautpaaren die Möglichkeit , sich den Gästen ganz besonders zu präsentieren oder auch mit einer stattlichen Kutsche oder mit einem schmucken Oldtimer vorzufahren.

Die Zahl der Trauungen ist in letzter Zeit rückläufig. „In diesem Jahr sind die Eheschließungen schleppend angelaufen. Die Leute sind unsicher wegen der Corona-Pandemie, die zu Einschränkungen führt. Es gab schon Paare, die sich dafür entschieden haben, die Trauung um ein Jahr zu verschieben, um das freudige Ereignis mit dem gesamten Familien- und Freundeskreis gebührend feiern zu können“, berichtete Lachmuth. Er und seine Kolleginnen hatten in den vergangenen Jahren in Spitzenzeiten gleich sieben Paaren an einem Tag zu ihrem Eheglück verholfen.