Bode-Wipper

Verband geht gegen Wasserdiebe vor

Der Wasser- und Abwasserzweckverband ist durch auffällige Wasserverluste auf Wasserdiebstahl aufmerksam geworden.

Hecklingen l Dass Wasserdiebstahl ein großes Thema für den Wasser- und Abwassserzweckverband (WAZV) „Bode-Wipper“ darstellt, berichtete Verbandsgeschäftsführer Andreas Beyer in der jüngsten Sitzung der Stadträte im Hecklinger Rathaus. Der Verbandsgeschäftsführer informierte die Räte unter anderem darüber in seinem Bericht.

Aufmerksam wurde der WAZV schon vor einiger Zeit auf die große Differenz zwischen dem statistischen und dem tatsächlichen Wasserverbrauch im Verbandsgebiet. Normalerweise würden sich solche Wasserverluste durch Wasserrohrbrüche oder Lecke in den Rohren erklären, doch nach Prüfung könne das als Ursache für die gesamte Menge ausgeschlossen werden.

Für das Abrechnungsjahr 2015 ergab sich für den Verband ein Wasserverlust von rund 12 8367 Kubikmeter. Ein Kubikmeter Wasser kostet die Verbraucher aktuell 1,34 Euro. Daraus ergibt sich unterm Strich für den WAZV ein wirtschaftlicher Schaden von 172 000 Euro auf das gesamte Jahr gerechnet.

Beyer habe kein Verständnis für Wasserdiebe. „Denn die Wasserverluste gehen schließlich zu Lasten der Verbraucher“, so der Verbandsgeschäftsführer. Sicherlich seien nicht alle Verluste auf Wasserdiebstahl zurückzuführen, dieser mache aber einen großen Anteil davon aus.

Um Wasserdieben das Handwerk zu legen, hält der WAZV weiter an Maßnahmen fest. Seit Mai vergangenen Jahres habe der Verband eine Stelle, die den Wasserverlusten auf den Grund gehen soll, eingerichtet. Seitdem haben Mitarbeiter des WAZV damit begonnen alle 15 700 Wasserzähler im gesamten Verbandsgebiet zu kontrollieren. Für das laufende Jahr soll weiterhin die Soll- und Istmenge – der statistische und tatsächliche Verbrauch – von Haushalten abgeglichen werden.

„Wenn wir irgendwo viel zu wenig Verbrauch feststellen, dann werden wir dort zweimal hinschauen, weil dann etwas nicht stimmen kann“, sagte Beyer. Beispielsweise würden in Egeln seit 2013 jedes Jahr die Wasserverluste ansteigen. In Groß Börnecke hingegen gebe es unerklärliche Schwankungen. So waren dort im Jahr 2013 rund 13,5 Prozent, 2014 rund 7,5 Prozent und 2015 rund 16,8 Prozent Wasserverlust zu verzeichnen. In Hecklingen selbst seien die Wasserverluste von 2013 bis 2014 gleich geblieben. Im vergangenen Jahr sei jedoch ein Anstieg zu beobachten gewesen. „Das ist nicht plausibel, denn in Hecklingen haben wir im vergangenen Jahr keinen einzigen Wasserrohrbruch verzeichnet“, führt Beyer weiter aus. „Entweder die Zähler sind fehlerhaft oder wir wurden bestohlen.“

In seinem Bericht informierte der Verbandsgeschäftsführer die Stadträte über ein weiteres Problem, die Klärschlammverwertung. „Die zukünftige Verwertung des Klärschlammes, der in den Kläranlagen anfällt, wird nur noch unter hohen Auflagen möglich sein“, so Beyer. Denn die Bundesregierung habe die Grenzwerte für die Verwendung des Klärschlammes in der Landwirtschaft geändert. Um den Klärschlamm weiterhin an die Landwirtschaft abgeben zu können, die diesen dann auf den Äckern einsetzt, dürfen diese Werte nicht überschritten werden. Besonders bei den Bestandsstoffen Catmium und Quecksilber sei die Obergrenze fast erreicht. Seit 2015 liegt der maßgebliche Grenzwert für Catmium bei 1,5 und bei Quecksilber bei einen Milligramm je Kilogramm Trockensubstanz (mg/kgTS). „Analysen haben ergeben, dass unser Klärschlamm 0,9 mg/kgTS an Catmium und 0,93 mg/kgTS enthält, sodass wir uns relativ grenznah befinden.“

Ein weiteres Problem stelle das Verbot des Einsatzes von Polymeren, das ab dem 1. Januar 2017 eintritt, dar. Polymere werden für die Trennung von Wasser und Feststoffen in der Schlammentwässerung eingesetzt. Leider gebe es derzeit keine brauchbaren Ersatzstoffe für diesen Prozess. Zudem würden Polymere eingesetzt werden, damit der Klärschlamm am Ende eine gewisse Festigkeit bekomme, so Beyer. „Egal, welche Lösung wir dafür finden, es geht zu Lasten der Bürger.“ Denn das Resultat sei eine Verdoppelung der Kosten. „Auch WTE muss die gleichen Überlegungen anstellen.“ Der WAZV plane im Zuge des Umbaus der Kläranlage in Hohenerxleben für die Schlammentwässerung neue Technik einzusetzen. Derzeit werde noch geprüft, ob diese Art von Schlammentwässerung möglich sei.

Lauftext