Schneidlingen l In Schneidlingen sind Mitglieder des Vereins Corvos „Die Raben“ seit 2012 aktiv. Damals schlossen sie sich zusammen. Sie wohnen nicht nur im Dorf, sondern auch in Tilleda (Landkreis Mansfeld-Südharz), wo der Verein auch seinen Sitz hat. „Wir sind in ganz Deutschland verstreut, ob Nürnberg oder Quedlinburg“, sagt Falk Kahmann vom Vorstand. Er ist von Anfang an dabei. Viele Treffen finden statt. Gemeinsam bereichern die Freunde mit ihren Gewändern das kulturelle Leben, wenn sie an Veranstaltungen teilnehmen oder auf Märkten dabei sind. Am Wochenende treffen sich wieder alle in Tilleda, dann wird in dem Ort der Mittsommer mit einem großen Fest gefeiert. Kahmann berichtet von 600 Leuten, die in mittelalterlichen Gewändern zu sehen sein werden. Vom 7. bis zum 13. Jahrhundert sei viel zu erleben, schwärmt er von der Veranstaltung, die Facetten des mittelalterlichen Lebens zeigt.

In ganz Deutschland verstreut

Denn die Epoche sei gar nicht so düster, wie viele sie immer sehen. Allerhand positive Sachen seien Sinnbild der „fantastische Zeit“. „Sehr interessant“, schwärmt Kahmann. Viele Dinge seien erfunden worden, verschiedene Heilverfahren, nennt er in diesem Zusammenhang beispielsweise das Werk der Gelehrten Hildegard von Bingen. Auch die Verbundenheit zur Natur sei für das Mittelalter kennzeichnend.

Und dann kommt Kahmann auf Camps zu sprechen, die der Verein den Kindern, die Mitglied im Verein sind, oder so mitmachen möchten, anbietet. In diesem Jahr fahren die Raben im Juli nach Roßla am Kyffhäuser. Dort schlagen alle zusammen ein Lager im Freien auf. Natürlich im mittelalterlichen Stil. Die Kinder können helfen, aber der Spaß an der Sache stehe natürlich im Mittelpunkt. Gemeinsame Fahrten etwa zur Barbarossahöle und Wanderungen sind geplant. Natürlich werde vorher alles mit den Eltern abgesprochen, auch aus versicherungstechnischen Gründen, so Kahmann.

21 aktive Raben

Im Verein selbst sind derzeit sieben Kinder dabei. Insgesamt sind im Moment 21 Raben gemeinsam aktiv. Fünf Anträge auf eine neue Mitgliedschaft liegen dem Vorstand aber noch vor.

Wer sich dafür interessiert, könnte die Mittelalterfreunde vielleicht auch beim Heimatfest in Hecklingen am 25. August antreffen. Möglicherweise sind die Schneidlinger und ihr Gefolge dann mit einem Stand vertreten. Das steht aber noch nicht ganz genau fest.

Schaufädeln und Co.

Dagegen waren die Freunde Teil einer Veranstaltung, die kürzlich in Schneidlingen stattfand. Gemeint ist das Jubiläumsfest der Feuerwehr. Wer wollte, konnte hinter die Kulissen schauen. Frauen in langen Kleidern zeigten Kindern, wie sie sich eine Perlenkette auffädeln können. Falk Kahmann erklärte, die Umgang mit einem sogenannten Langbogen. „Das ist quasi die Urform des Bogens. Damit üben wir“, erklärt er, dass Sicherheit dabei aber natürlich an erster Stelle steht. Kinder konnten Ritterrüstungen anziehen und erleben, wie schwer diese sind.

Tipps und Tricks zu solchen Angeboten haben sich die Schneidlinger auch abgeschaut. Auf vielen Mittealtermärkten, die sie besucht haben, wurde ihnen allerhand dazu erklärt. Verletzungen etwa beim Messerwerfen hat es bis jetzt noch nicht gegeben. „Zum Glück“, meint Kahmann, dass man immer sehr gut aufpassen muss.

Und der Verein hat auch eine Veranstaltung, die er in Schneidlingen zum Ende des Jahres immer wieder allein mit Unterstützung weiterer Leute aus Ort und Umland auf die Beine stellt.

Der Weihnachtsmarkt auf dem Rieckschen Hof ist mittlerweile nicht mehr weg zu denken.

Auch in diesem Jahr wollen die Burgfreunde den Bürgern damit etwas Gutes tun, kündigte Kahmann an.