Staßfurt l Sie war von einer morbiden Schönheit, was auch diverse Fantasien mutmaßlicher Investoren auf den Plan rief. Unter anderem war nach der Wende mal die Rede von einer Disko über Glasfußböden ...

Das reizvolle Schlösschen, zuletzt genutzt zu DDR-Zeiten als Konsumverwaltung, konnte letztendlich nicht mehr gerettet werden. Das Wasser stand jahrzehntelang bis unter die Kellerdecke. Immer wieder musste die Feuerwehr hierher ausrücken, um Brände zu löschen. Müll sammelte sich im Gebäude. Als letztendlich die Mauern aus dem Lot gerieten – die Zwischendecken waren bereits zusammengebrochen – sah sich der Fachdienst Bauordnung des Salzlandkreises zum Handeln gezwungen.

„Akute Einsturzgefahr“

„Im Rahmen einer Ortsbesichtigung mit einem qualifizierten Tragwerksplaner (Statiker) musste festgestellt werden, dass von diesem Gebäude eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht“, übermittelte Pressesprecherin Alexandra Koch, „Auf Grund der festgestellten massiven Gebäudeschäden bestand akute Einsturzgefahr.“

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In der Landesdenkmalliste sei die Villa, die die Firma Adam&Sohn Ende des 19. Jahrhunderts bauen ließ, bereits 2007 gelöscht worden.

Die Kosten für den Abriss, der von einer Aschersleber Firma bis Mitte des Monats abgeschlossen werden soll, trage zunächst der Salzlandkreis, war zu erfahren. Das sei so üblich, wenn kein Besitzer greifbar ist, aber Gefahr im Verzug.

Zu eventuellen Wiederbebauungsplänen war weder vom Landkreis noch von der Stadt etwas in Erfahrung zu bringen.