22 Mitglieder der Jugendfeuerwehr werden beim Tag der offenen Tür gefeiert / 45 Teilnehmer beim Florianlauf / Hannes (10):

Vor dem Start: "Mein Adrenalinspiegel steigt"

Von Caroline Vongries

Die Güstener Feuerwehr ist sehr gut aufgestellt. Das wurde einmal mehr beim Tag der offenen Tür am Sonnabend deutlich. Für Spannung sorgte der Florianlauf, der zum zweiten Mal, mit Unterstützung der Volksstimme, stattfand. Es gab auch etwas zu feiern. Die Jugendwehr besteht seit 50 Jahren und ist eine starke Truppe von 22 "Mann".

Güsten. "Mein Adrenalinspiegel steigt." Nicht nur Hannes (10) hopst von einem Bein aufs andere. Nachdem die jüngsten Teilnehmer am zweiten Florianlauf der Freiwilligen Feuerwehr Güsten soeben gestartet sind, fiebern jetzt die Zehn- bis 13-Jährigen an der gelben Linie, bis es für sie losgeht. "Auf die Plätze fertig los", gibt Jürgen Hesche am Sonnabendvormittag das Kommando. Der Feuerwehrmann behält in dem Gewimmel der 45 Teilnehmer einen klaren Kopf. Schließlich hat er den Wettbewerb auch in diesem Jahr organisiert. Hauptsponsor ist die Volksstimme. Namensgeber ist der heilige Florian, Patron der Brandbekämpfer. Kein Wunder also, dass gleich zwei Jungen mit diesem Vornamen beim Laufen erfolgreich abschneiden: Florian Ellermann und Florian Wallmann. Wehrleiter Gert Lehmann (Chef der Kameraden nicht nur für Güsten, sondern der gesamten Verbandsgemeinde) ist mit der Resonanz zufrieden. Hesche allerdings wünscht sich im nächsten Jahr noch mehr Teilnehmer. "Vor allem aus den anderen Jugendwehren", sagt er. Schließlich gibt es nicht nur Urkunden, sondern auch eine Menge Preise zu gewinnen.

In vier Altersklassen ist man diesmal gestartet, dazu bei der Jugend noch nach Mädchen und Jungen unterteilt. "Ansonsten hatten die Jüngsten keine Chance", sagt Hesche. Nicht nur ihre acht ständigen Einsatzfahrzeuge im Dienst plus Anhänger hatten Herbert Koch und seine Kameraden aufgebaut, sondern auch die historischen Gerätschaften. Denn, frohe Nachricht: Auch die "Oma", das Feuerwehreinsatzfahrzeug aus dem Jahr 1935, ist endlich wieder flott und konnte die ein oder andere Runde drehen (Volksstimme wird in der morgigen Ausgabe berichten). Zu feiern gab es am Sonnabend aber vor allem eins: Die Jugendwehr der Güstener Brandbekämpfer existiert bereits seit 50 Jahren, eine nicht gerade alltägliche Kontinuität. "Sie ging damals aus der FDJ hervor", erklärt Stefan Leszinski, der für den Nachwuchs zuständig ist, seitdem Michael Kruse zum stellvertretenden Wehrleiter befördert wurde. 22 Mitglieder sind in der Jugendabteilung zu zählen. Das sei erfreulich, betont Steffen Globig, Chef der Verbandsgemeinde und damit zugleich oberster Dienstherr der Wehren. Er betont die Bedeutung dieses Ehrenamtes überhaupt. Zum Gratulieren kommt mittags auch der Güstener Bürgermeister Manfred Zander (SPD) vorbei.

Insgesamt ist die Wehr in Güsten, die seit 1872 besteht, sehr gut aufgestellt: Auf 60 Aktive und noch einmal 18 Reservisten kann Gert Lehmann zählen. Und neben der Jugendwehr gibt es auch noch ein halbes Dutzend Kids, die in der Kinderfeuerwehr die ersten Schritte der Brandbekämpfung üben. "Wir müssen natürlich neben Fußball- und Schützenverein bestehen, wie anderswo auch", sagt Stefan Leszinski. Sein Rezept für eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit: "Die richtige Mischung aus Spiel, Spaß und ernsthaften Übungen."<6><7>