Denkmal

Was wird aus dem alten Denkmal in Groß Börnecke?

Die Zukunft des Denkmals für die im ersten Weltkrieg verstorbenen Männer der Gemeinde Groß Börnecke ist weiter ungewiss. Jetzt will der Ortschaftsrat die Bürger des Ortsteils per Stimmzettel in die Entscheidungsfindung einbeziehen.

Von René Kiel
Das alte Denkmal aus dem Jahr 1921 wurde 2016 abgebaut und eingelagert.
Das alte Denkmal aus dem Jahr 1921 wurde 2016 abgebaut und eingelagert. Foto: René Kiel

Groß Börnecke - „Der Ortschaftsrat Groß Börnecke hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Bürger zu befragen, was mit dem von der Stadt abgebauten und eingelagerten Denkmal für die Männer des Dorfes passieren soll, die im ersten Weltkrieg ihr Leben lassen mussten.“ Das teilte Ortsbürgermeister Ethel-Maria Muschalle-Höllbach (Wählergemeinschaft Hecklingen) der Staßfurter Volksstimme mit. Damit sei der Ortschaftsrat einem Vorschlag von Peter Hacke (WGH) gefolgt.

Die Groß Börnecker sollen über die verschiedenen Varianten abstimmen können, ob das Denkmal so wieder aufgebaut werden soll wie es einmal war, nur in abgespeckter Form oder gar nicht mehr, sagte Muschalle-Höllbach. Damit reagierte der Ortschaftsrat auch auf die jüngste Entscheidung der Lokalen Leader-Aktionsgruppe Börde, Bode, Auen. Sie hatte im April den Antrag der Stadt Hecklingen zur Restaurierung des Denkmals lediglich mit 90 Punkten bewertet und auf den letzten Platz der neuen Förderprioritätenliste gesetzt. Der Investitionsbedarf wurde von der Kommune mit 100.000 Euro angegeben, der Fördermittelbedarf mit 90.000 Euro.

„Wir hatten uns um eine Finanzierung bemüht. Doch sie war von Leader nicht gewollt“, sagte die Ortsbürgermeisterin und betonte: „Der Ortschaftsrat Groß Börnecke will der Toten des ersten Weltkrieges weiterhin gedenken, die für ein sinnloses Unterfangen ihr Leben lassen mussten.“

Die entsprechenden Stimmzettel sollen an alle Haushalte in Groß Börnecke verteilt werden. „Wir teilen sie selber aus, damit die Stadt dafür kein Porto ausgeben muss, weil die anderen Ortsteile immer mehr bekommen als Groß Börnecke und Hecklingen“, sagte Muschalle-Höllbach. Die Abstimmung soll bis zur Landtagswahl erledigt sein. Danach soll der Öffentlichkeit dann das Ergebnis mitgeteilt werden.

Denkmal 1921 errichtet

Muschalle-Höllbach: „Die Bürger müssen sich bewusst sein, dass wir sie im Falle ihrer mehrheitlichen Entscheidung für einen Wiederaufbau, den Bürgermeister Epperlein damals versprochen hatte, um Spenden bitten müssen. Denn aus dem klammen Haushalt der Stadt Hecklingen darf laut Kommunalaufsicht des Salzlandkreises diese sogenannte freiwillige Leistung nicht finanziert werden.“

Die Ortsbürgermeisterin, die auch Stadtratsvorsitzende in Hecklingen ist, hält dieses Denkmal für wichtig. Aus ihrer Sicht ist es ein Mahnmal an die Lebenden, nie wieder Kriege zuzulassen. Derzeit gebe es leider überall auf der Welt alte und neue Konfliktherde, wo unschuldige Menschen sinnlos sterben müssen.

Wegen der Geldnot hatte sich Muschalle-Höllbach im vergangenen Jahr auch an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit der Bitte um Unterstützung gewandt. Das Staatsoberhaupt konnte ihr zwar nicht persönlich helfen, äußerte sich aber sehr dankbar über ihr Engagement zur Erinnerung an die Kriegstoten.

Das Denkmal war im Jahr 1921 errichtet worden und kostete damals 32.000 Mark. Diese Summe wurde durch Spenden aufgebracht. Denn schon damals reichte das Geld der Gemeinde nicht aus. Im Jahr 2016 hatte die Stadt Hecklingen das baufällig gewordene Monument abbauen und in der Hopfendarre in Groß Börnecke einlagern lassen. Dort liegt es noch immer. Wie es damit weiter geht, liegt nun in der Hand der Bürger.