Stendal l In der Corona-Krise kann ein 100-Jähriger uns Vorbild sein. Stets mit einen Lächeln im Gesicht und einem Lied auf den Lippen erscheint Ernst Bendschneider zu seiner lebenserhaltenden Behandlung im Nierenzentrum Stendal-Gardelegen.

Einst Kesselschmied im RAW

Seit Februar 2015 muss er dort dreimal in der Woche für einige Stunden an die Dialyse angeschlossen werden, um seine Niere zu entlasten. „Ich freue mich jedes Mal“, sagt der Jubilar, „besonders auf das liebevoll zubereitete Frühstück.“ Alle sind nett, er selbst ist es auch gern. Der einstiege Kesselschmied im RAW macht lieber ein Späßchen und flachst als griesgrämig zu klagen.

Die 35 Ärzte, Schwestern und Beschäftigten im Service-Team des Nierenzentrums wissen das zu schätzen. Der am 23. März 1920 Geborene gehört längst zur „Familie“, die ihm zum 100. Geburtstag eine besondere Freude bereitet. Schon im Vorjahr, als der Stendaler 99 wurde und während einer Dialyse mit einer Geburtstagstorte überrascht wurde, „haben wir versprochen, 2020 kommt sein Lieblingskuchen mit einer 100 auf den Tisch und die Volksstimme, die er täglich aufmerksam liest, wird erneut eingeladen“, verrät Schwester Rebekka Zabel.

Gratulation mit Mundschutz

Gesagt, getan. Nur eins war nicht geplant. „Dass wir mit einem Mundschutz gratulieren müssen“, sagt der leitende Arzt Dr. Stephan Wolter. Für Ernst Bendschneider ist „die Vermummung kein Problem“. Er habe Krieg und Hungersnot überlebt und trete dem Coronavirus mit Achtsamkeit entgegen. Und bevor er in das Pflegeheim Berliner Hof gefahren wird, hat er sich einen Wunsch erfüllt: „Mit dem Dialyse-Team vom Geburtstagskuchen naschen.“