Das bietet der Platz

Der Flugplatz Stendal-Borstel verfügt über zwei Start- und Landebahnen:

a) 1997 Meter lang, 52 Meter breit, Belag: Beton

b) 700 Meter lang, 40 Meter lang, Belag: Gras

Zudem gibt es eine Segelflugfläche mit 1800 Meter Länge und 100 Meter Breite.

Der Landeplatz dient dem allgemeinen Verkehr. Er dient als regionaler Verkehrslandeplatz der luftverkehrlichen Erschließung der Altmark und der gewerblichen Luftfahrt.

Dienstleistungen: Flugausbildung, Hangarunterstellung, Verkehrssicherheitstraining u.a.

Stendal l Es war der 28. Februar 1997, als sich Vertreter des Landkreises Stendal, der Städte Stendal und Tangermünde und des Aero-Clubs Stendal trafen, um mit ihrer Unterschrift unter den Gesellschaftervertrag die Flugplatzgesellschaft Stendal-Borstel mbH zu gründen. Vier Monate später wurde die GmbH ins Handelsregister eingetragen – und damit ein neues Kapitel aufgeschlagen in der Chronik des Platzes, die damals schon einige Kapitel umfasst hat. Denn bereits seit 1934 gibt es den Flugplatz, bis 1945 von der Reichsluftwaffe und für die Ausbildung von Fallschirmspringern genutzt, nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1992 von den sowjetischen Streitkräften. Und dann folgte die zivile Nutzung.

„Die Bürger nutzten die neue, noch ungewohnte Freiheit, auch in der Luft“, erinnert Matthias Jahn, Geschäftsführer der Flugplatzgesellschaft, an die Anfänge. Der von ehrenamtlich tätigen Fliegern und Flugleitern im Jahr 1992 gegründete Stendaler Aero-Club – er feiert also in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen – geriet als Träger des Flugplatzes schnell an seine Grenzen. Denn während es im Jahr 1994 auf dem Platz 400 Flugbewegungen gab, waren es zwei Jahre später schon 28 500. Um auf das steigende Interesse am Flugsport und den Wunsch, das gewerblichen Fliegen auszubauen, zu reagieren, musste ein anderer Weg eingeschlagen werden – die Gründung der Betreibergesellschaft war dieser notwendige Schritt.

Die prägende Persönlichkeit

Einer, der die Gesellschaft und die Entwicklung des Flugplatzes in den vergangenen 20 Jahren maßgeblich mitgestaltet hat, ist Sieghard Geyhler. Er war ab 1992 einer der ersten aktiven Piloten, ab 1999 Prokurist der Gesellschaft und von 2001 bis 2014 Geschäftsführer. Sein Nachfolger Matthias Jahn spricht von „der prägenden Persönlichkeit für die erfolgreiche Entwicklung des Verkehrslandeplatzes“.

Im Jahr 2012 stieg die Stadt Tangermünde aus dem Gesellschaftervertrag aus, die Hansestadt Stendal übernahm deren Anteile. Bereits 2008 hatte Stendal den größten Teil des Flugplatzareals vom Bundesvermögensamt erworben.

20.000 Flugbewegungen pro Jahr

Der Boom der 1990er Jahre mit sehr vielen Ultraleichtflügen hat sich etwas relativiert. Seit Anfang der 2000er Jahre haben sich die jährlichen Flugbewegungen bei zirka 20.000 pro Jahr eingepegelt. Im Mai vergangenen Jahres wurde die insgesamt 450.000 Flugbewegung abgefertigt.

Das Land Sachsen-Anhalt hat dem Platz in Norden des Bundeslandes eine besondere Bedeutung attestiert und ihn als einen von fünf Verkehrslandeplätzen im Land ausgewiesen. Einen hohen Stellenwert hat der Flugplatz im Luftverkehrskonzept Sachsen-Anhalt nicht nur als Verkehrsträger und nicht erst seit der Bewährungsprobe im Hochwasser-Großeinsatz 2013, sondern auch als europaweit anerkannte Luftsporteinrichtung und als regionales Kultur- und Veranstaltungszentrum. Jahr für Jahr finden dort Fliegerlager und Ausbildungscamps statt, in diesem Jahr zum zweiten Mal eine Deutsche Segelflug-Meisterschaft. Hinzu kommen Veranstaltungen wie VW-Treffen und das Ostercruising. Für den 20. und 21. Mai ist ein Trödelmarkt geplant, eine Neuheit im Veranstaltungsplan.

Wieder etwas zum Vorzeigen

Matthias Jahn und sein engagiertes Team können bei den Veranstaltungen auf die Hilfe vieler Aero-Club-Mitglieder setzen. Tatkräftige Hilfe gab es im vergangenen Jahr, als im Hangar I Wände abgerissen wurden und damit zusätzliche 500 Quadratmeter Hallenfläche gewonnen werden konnten. „Jetzt haben wir wieder eine Halle, die man vorzeigen kann“, so der Geschäftsführer.

Er blickt zufrieden auf die 20 Jahre Gesellschaft zurück und optimistisch in die Zukunft. „Vielfältige Aktivitäten auf und mit dem Flugfeld als fliegerisches Tor zur Altmark sind in Vorbereitung“, kündigt er an. Gewartet werde nun auf die Autobahnanbindung, „um weitere Entwicklungspotenziale zu erschließen“.