Stendal l Auch wenn die Zahl der arbeitslosen Altmärker im Vergleich zum Vormonat November wieder leicht anstieg, ist sie immer noch niedriger als vor Jahresfrist. So stieg die Arbeitslosenquote in der Altmark von 9,7 Prozent auf 9,9 Prozent und ist damit höher als im Landesdurchschnitt. Ein Statistikwert, hinter dem sich 10 475 Frauen und Männer zwischen Arendsee und Tangerhütte verbergen, die ohne Job waren – 202 mehr als im Oktober, aber 227 weniger als vor einem Jahr.

707 Frauen und Männer verloren im November ihren Job. Hingegen nahmen nur 505 zuvor arbeitslose Altmärker eine neue Beschäftigung auf.

Betrachtet man die beiden altmärkischen Landkreise separat wird sichtbar, dass der Landkreis Stendal mit 11,5 Prozent die höchste Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt aufweist. Der Altmarkkreis Salzwedel rangiert mit 7,9 Prozent im Vorderfeld. Geringer ist die Arbeitslosenquote nur in der Börde (6,8 Prozent) und im Harz (7,5 Prozent).

Begründung: Winteranfang

Markus Nitsch, Chef der Stendaler Arbeitsagentur, begründet das Ansteigen der Arbeitslosenzahlen in der Altmark: „Der Arbeitsmarkt stellt sich auf den herannahenden Winter ein“. Vor allem seien es Beschäftigte aus der Landwirtschaft, dem Baugewerbe, dem verarbeitenden Gewerbe und der Arbeitnehmerüberlassung, die sich im November arbeitslos meldeten, sprich entlassen wurden. Nitsch nimmt diesen Fakt zum Anlass, auf die Möglichkeit des Saisonkurzarbeitergeldes hinzuweisen, das ab 1. Dezember für Firmen des Bauhauptgewerbes, des Dachdeckerhandwerks sowie des Garten- und Landschaftsbaus gewährt werden kann.

„Arbeitgeber sollten zudem darüber nachdenken, ob sie die kalte Jahreszeit nicht für notwendige Qualifizierungen ihrer Mitarbeiter nutzen können. Der Arbeitsagentur stehen hierfür verschiedene Förderinstrumente zur Verfügung, mit denen sowohl die Arbeitgeber als auch die Arbeitnehmer finanziell unterstützt werden können.“

Positive und negative Entwicklungen

Positiv ist, dass die Zahl der jungen Menschen ohne Job abnimmt. 643 unter 25-Jährige waren im November arbeitslos, 29 weniger als im Vormonat. Allerdings gibt es bei den über 55-Jährigen mehr Arbeitslose. Waren es im Oktober noch 2397, stieg ihre Zahl im November auf 2431.

Hoch ist nach wie vor der Anteil der Altmärker, die länger als ein Jahr ohne Job sind, damit als langzeitarbeitslos gelten. Das betrifft derzeit 4143 Frauen und Männer und damit knapp 40 Prozent aller Arbeitslosen in der Altmark.

Fachkräfte gesucht

Ungeachtet dessen werden in der Altmark Fachkräfte in bestimmten Branchen gesucht. Aktuell sind der Stendaler Arbeitsagentur 1352 offene Stellen gemeldet. Gesucht werden unter anderem, Elektriker (47 Stellen), Experten in der Sozialarbeit und Sozialpädagogik (39 Stellen), Büro- und Sekretariatskräfte (35 Stellen), Berufskraftfahrer im Güterverkehr (33 Stellen), Fachkräfte in der Back- und Konditoreiwarenherstellung (30 Stellen), Maschinen- und Anlagenführer (28 Stellen), Fachkräfte in der Schweiß- und Verbindungstechnik (27 Stellen) sowie Fachkräfte in der Wartung der Eisenbahninfrastruktur (27 Stellen).