Tangermünde l Über die Einzelheiten sprachen gestern der sachsen-anhaltische Wirtschaftsminister Hartmut Möllring (CDU), der Landtagsabgeordnete Detlef Radke (CDU), der Tangermünder Bürgermeister Jürgen Pyrdok, Kämmerer Wilhelm Peters und der Planer Jörg Jensen.

Jensen stellte erst einmal das 19 bis 20 Millionen Euro teure Projekt vor. Im Mittelpunkt stehen der kleine und der große Speicher. Schubert plane hier ein Hotel mit Seminarzentrum. Rund 180 Doppelbettzimmer könnten vorgehalten werden. Weiterhin könnten 36 bis 38 neue Wohnungen entstehen. Um auch im Falle eines Hochwassers auf der sicheren Seite zu sein, soll auf einer ebenfalls geplanten Tiefgarage gebaut werden, die bei einer eventuelle Flut gesichert werden könnte.

Schubert habe nicht vor, die Tiefgarage in Eigenregie zu betreiben. Er würde es gern sehen, wenn sich die Stadt dieser Baumaßnahme annehmen würde. Nun stand die Frage nach einer Förderung des Projektes aus den Töpfen des Tourismus. Schließlich seien Parkmöglichkeiten in der Innenstadt knapp und ein Parkhaus würde die Tourismusbranche weiter beleben.

Noch ist Geld in den Tourismustöpfen

Hier musste Möllring, der dem Projekt grundsätzlich positiv gegenüber steht, den Vertretern der Kommune den Wind aus den Segeln nehmen. Er kenne keine Tiefgarage im Land, die ohne eine Verbindung zu einem Hotel gefördert wurde. Im Einklang mit dem Hotelprojekt könnte aber ein Investitionszuschuss von fünf bis maximal 15 Prozent fließen. Hier hatten sich Planer, die Vertreter der Stadt und Radke mehr erhofft. Da Schubert an Hand seiner Mitarbeiterzahl laut EU-Recht aber nicht mehr als Klein- oder Mittelständler zählt, seien Fördersätze von 25 oder gar 35 Prozent nicht möglich, so der Minister.

Eine höhere Förderung sei für die Sanierung der Stadtmauer im hinteren Bereich der Anlage möglich. Rund eine Million Euro werde die Stadt dafür aufbringen müssen, schätzte Peters. Der Minister sprach von der Möglichkeit einer 60-prozentigen Förderung aus den Tourismusprogrammen. Radke versuchte, auch an dieser Stelle höher zu pokern, und verwies auf die überregionale Bedeutung der Stadtmauer, verlangte 90 Prozent. Möllring ließ aber auch hier nicht mit sich handeln, gab aber den Tipp, die Mittel schnell zu beantragen. Noch sei Geld da.

Einen der Speicher und die dazugehörige Brachfläche habe Schubert bereits gekauft. Für den Erwerb des zweiten Speicher laufen die Verhandlungen. Geplanter Baubeginn ist 2016.

Bereits in der Vergangenheit machte der Tangerhütter Unternehmer in der Kaiserstadt als Bauherr von sich reden. Er kaufte den einstigen Elbpark, und auf dem Gelände entstanden 32 Miet- und Eigentumswohnungen. Laut Jensen war damals die Nachfrage so groß, dass Schubert nach weiteren Investitionsmöglichkeiten Ausschau hielt. In diesem Zusammenhang wurde er auf die Speicher aufmerksam. Die Tangermünder Gastronomen würden in dem Hafencity-Projekt übrigens keine Konkurrenz sondern eher eine Bereicherung sehen. Schließlich fehle der Stadt unter anderem ein großer Saal, der auch gastronomisch betreut wird.