Stendal l „Trommel mein Herz für das Leben“, war eines der Lieder, das der rund 30-köpfige Theaterchor an der Ecke Uppstall/Ostwall gestern ab 17 Uhr gemeinsam mit Mitgliedern des Stendaler Studentenchors anstimmte. Ein 40-minütiges Open-Air-Konzert im Rahmen des von der Initiative „Herz statt Hetze“ organisierten Straßen-Musikfestes, miterlebt und mit Applaus bedacht von etwa 50 überwiegend jungen Leuten, die dann selbst zu musizierenden Akteuren wurden.

Mit Eimern und Töpfen

Mit allem, was zum Klang erzeugen dienen kann – von Eimern über Töpfe bis zu Trillerpfeifen und Trommeln –, schlugen sie Lärm, rhythmisch zwar, aber vor allem laut und gegen die wenige hundert Meter entfernte Demonstration der Bürgerbewegung Altmark, auf die sich der nicht zu überhörende Gegenentwurf zur auf dem Schützenplatz zelebrierten Art von Bürgerbesorgnis dann auch zubewegte – bis an die Polizeiabsperrung.

Angela Merkel im Visier

Hinter dieser protestierten etwa 60 Menschen gegen die ihrer Meinung nach verfehlte Asylpolitik in Deutschland. Dabei nahmen sie vor allem Kanzlerin Angela Merkel ins Visier. Mit ihrer Politik spalte sie die Bevölkerung und isoliere Deutschland, warf ihr Hauptredner Christian Kaiser aus Rathenow vor. Er forderte, die „unkontrollierte Zuwanderung“ von Flüchtlingen zu stoppen und die Außengrenzen des Landes zu schützen.

Die Kritik an Merkel äußerte die Bürgerbewegung Altmark auch bei ihrem „Spaziergang zum dritten Advent“, wie sie ihn selbst bezeichneten. Auf dem Weg über Nordwall, Wendstraße, Altes Dorf, Osterburger Straße und über den Nordwall zurück zum Schützenplatz riefen sie „Merkel muss weg“, aber auch „Lügenpresse“ und „Wir sind das Volk.“ Störungen und Zwischenfälle gab es laut Polizei nicht.

Ihre nächste Kundgebung kündigte die Bürgerbewegung Altmark für den 10. Januar ab 18 Uhr am Winckelmannplatz in Stendal an.