Stendal l Im vergangenen Jahr frohlockte Stendals Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU). Zum ersten Mal nach der Wende hatte die Stendaler Kernstadt einen Einwohnerzuwachs zu verzeichnen. 340 Menschen mehr als im Vorjahr lebten in der Stadt. Die Einwohnerzahl ist im vergangenen Jahr wiederum gestiegen – um 201 auf genau 31 942 Stendaler in der Kernstadt.

Der größte Stadtteil ist und bleibt Stadtsee. Dort wohnt fast ein Drittel der Stendaler. Und die Einwohnerzahl stieg auch dort – von 10 081 auf 10 284, also um 203 Menschen, zwei mehr als die Stadt insgesamt Zuwachs hatte. Dies hat vor allem zwei Ursachen. Zum einen sind weitere ehemalige Bewohner aus dem Stadtteil Süd dorthin gezogen, zum anderen sind auch zahlreiche Flüchtlinge bereits in Privatwohnungen in Stadtsee gemeldet.

Plattenbauten fast leer

Die Einwohnerzahl in Süd sank hingegen um weitere 151 auf 284. Die wohnen zum allergrößten Teil auch nicht in den Hochhäusern rund um die Hanseallee, sondern in den Einfamilienhäusern an den angrenzenden nach Vögeln benannten Straßen wie den Kuckucks- und den Spatzenweg. Laut Angaben der Stadt wohnen in den Plattenbauten nur noch einzelne Personen, weniger als zehn.

Der Stadtteil Bürgerpark registrierte ebenfalls ein Einwohnerplus, wuchs um 164 Personen auf 579 Menschen. „Die Gemeinschaftsunterkunft am Möringer Weg gehört auch zum Bürgerpark, so ist dieser Zuwachs zu erklären“, sagte Stadtsprecher Klaus Ortmann im Gespräch mit der Volksstimme.

Die Bevölkerungsentwicklung in der Siedlung ist durch den dritten Bauabschnitt des Baugebietes „Am Galgenberg“ zu erklären. Dort wohnen nun 1460 Menschen, 128 mehr als im Vorjahr. In den übrigen Stadtteilen Stendals gab es nur geringfügige Veränderungen.

Zur Wendezeit nur zwei Ortsteile

Größter der Stendaler Ortsteile ist Wahrburg. Dort gab es ein leichtes Plus um 14 auf 1161 Einwohner. Diese Entwicklung ist typisch für die Stendaler Ortsteile. Die Veränderungen sind im vergangenen Jahr nicht sehr groß gewesen. Im zweitgrößten Ortsteil, Uenglingen, sank die Einwohnerzahl beispielsweise um 16 auf 868. Der kleinste Ortsteil bleibt mit 57 Einwohnern Vollenschier, das sind vier weniger als im Vorjahr. 9264 Menschen wohnen in den Ortsteilen, das sind 61 weniger als im Vorjahr.

Insgesamt wohnen in der Hansestadt mit all ihren Ortsteilen 41 206 Einwohner. Das sind 140 mehr als zum Stichtag 31. Dezember 2013. Die meisten Einwohner hatte Stendal zur Wende, als 50 717 Menschen die Kreisstadt bevölkerten. Zu jenem Zeitpunkt hatte die Stadt auch noch nicht 30 Ortsteile. Damals wurden lediglich die Einwohner von Borstel und Wahrburg mitgezählt. Einen erstaunlichen Fakt brachte der Film über das Altmärkische Heimatfest 1925 im vergangenen Jahr zutage. Vor 90 Jahren lebten in Stendal 27 800 Einwohner – ziemlich beengt ohne die Kapazitäten von Stadtsee und Süd.