Tangermünde/Genthin l Sie sprüht vor Energie, hat Ideen, Visionen und ist ganz und gar auf ihr Ziel fixiert. Franziska Kersten möchte künftig Politik mitbestimmen und tritt deshalb zur Landtagswahl am 13. März an.

Ihren Wahlkreis 5, der die Regionen Tangermünde, Tangerhütte und Genthin einschließt, lernt sie mit jedem Wahlkampf-Termin dieser Tage besser kennen und die Menschen und deren Sorgen noch dazu.

„Ich weiß, wie Politik läuft“, sagt die Tierärztin. Seit 20 Jahren Mitglied der SPD hat sie Erfahrungen gesammelt.

Jahrelang in Belgien gelebt

Doch da sie all die Jahre in Belgien lebte, allerdings in Nordrhein-Westfalen arbeitete, durfte sie politisch nicht mitbestimmen. „Ich war politisch nicht da“, beschreibt sie den Zustand. Jetzt hat sich das Blatt gewandelt.

Mit ihrem Mann, der aus dem Raum Osterburg kommt, ist sie in die Altmark gezogen. Hier wird sie künftig leben. Seit 2014 arbeitet sie bereits in Sachsen-Anhalt. Was sie politisch erreichen möchte, hat die 47-Jährige schnell parat.

„Wir müssen den ländlichen Raum stärken, ihn lebenswerter machen, damit wieder junge Menschen hierher kommen oder hier bleiben. Wir verkaufen uns weit unter Wert“, ist sie sich sicher.

Der Bau der Autobahn A 14 und die Digitalisierung der Region haben für Franziska Kersten oberste Priorität. Und etwas ist ihr noch wichtig: „Kleine Handwerksbetriebe dürfen nicht an den vielen bürokratischen Hürden scheitern.“ Ihnen müsse Hilfe an die Hand gegeben werden, denn sie seien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region.

20 Jahre Belgien, Arbeiten in Nordrhein-Westfalen lassen die Tierärztin mit zwei Facharzt-ausbildungen viele Vergleiche ziehen. „Wir müssen nicht alles neu erfinden. Wir brauchen einfach nur in andere Bundesländer schauen“, sagt sie im Bezug auf Breitbandausbau oder den Erhalt kleiner Grundschulen.

Den Slogan „Grüne Wiese Altmark“ halte sie persönlich für „kontraproduktiv“. Sie fordert stattdessen: „Wir müssen den Deckel anheben, was diese Region ausmacht, besser vermarkten.“

Als Kind an der Elbe aufgewachsen

Als Kind an der Elbe aufgewachsen, „an einer braunen Brühe mit schwarzem Schlamm“, sehe sie in dem Fluss heute jede Menge Potential. „Man kann sogar wieder darin schwimmen“, weiß sie als Elbeschwimmerin des vergangenen Sommers.

„Ich brauche immer etwas Grünes um mich herum.“

Sich selbst beschreibt Franziska Kersten als „sehr naturverbunden“, ohne dabei alles schützen und verbieten zu wollen. „Ich brauche immer etwas Grünes um mich herum“, sagt die passionierte Reiterin. Zu DDR-Zeiten wurde sie Bezirksmeisterin, ritt bei DDR-Meisterschaften mit.

Um ihre politischen Interessen durchsetzen zu können, vertraut die gebürtige Pretzscherin auf ihren Gerechtigkeitssinn und ihre Kompromissbereitschaft.

„Mit einer Prise Menschenverstand lässt sich vieles über Parteigrenzen hinweg erreichen“, ist sie sich sicher.

Dabei würde ihre Kontaktfreudigkeit sehr dienlich sein. „Doch manchmal bin ich zu direkt, das ist vielleicht meine Schwäche“, gibt sie ohne Umschweife zu.

Die Entscheidung, für den Landtag zu kandidieren, sei wohl überlegt. Mit Gerlinde Kuppe, viele Jahre Sozialministerin in Sachsen-Anhalt, habe sie sich einen Vormittag lang unterhalten. Danach stand für Franziska Kersten fest: „Ich kann das.“ Da ihre Kinder inzwischen erwachsen sind und studieren, ihr Mann in der Altmark eine Tierarztpraxis eröffnen wird, „kann ich mich jetzt ganz auf mich konzentrieren“, erklärt sie, fest entschlossen, sich für die Menschen der Region und deren Wünsche an die Politik einzusetzen.

Und sollte es mit der Kandidatur doch nichts werden, dann hat die Fachtierärztin auch die Möglichkeit, weiterhin als Referentin im Landwirtschaftsministerium zu arbeiten.