Stendal l Muhamad Alzain – bekannt unter seinem Künstlernamen Moe.Z – hat viele Ideen und Lust, in Stendal was zu machen. Einen DJ-Workshop für Kinder und Jugendliche zum Beispiel. Oftmals scheitern solche kleinen Kulturprojekte jedoch wegen der fehlenden finanziellen Förderung.

Um junge, kreative Menschen in Zukunft schneller und unkomplizierter unterstützen zu können, hat Kultusminister Stephan Dorgerloh (SPD) zusammen mit Lotto-Toto Sachsen-Anhalt einen Jugendkulturfonds ins Leben gerufen. Am Freitag war der Minister zu Besuch im Theater der Altmark (TdA), um den Fonds vorzustellen.

„Gruppen oder Einzelpersonen, die bei uns nie Anträge stellen können, können sich hier vor allem Kleinbeträge holen“, sagt der Minister. Denn für einen Antrag auf Fördermittel vom Land Sachsen-Anhalt brauche man mindestens eine Antragssumme von 5000 Euro. Mit dem Jugendkulturfonds könne man jetzt flexibler agieren, so Dorgerloh.

Flexiblere Förderung

Der Fonds ist mit 50 000 Euro ausgestattet, die aus dem Erlös des Charity-Rubbelloses von Lotto-Toto Sachsen-Anhalt stammen. Gefördert würden ab 1. März vorrangig kleine Projekte zwischen 500 und 1000 Euro, sagt Axel Schneider, Geschäftsführer der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung Sachsen-Anhalt (LKJ). Die LKJ hat die organisatorische Begleitung des Jugendkulturfonds übernommen und wählt unter anderem die zu fördernden Projekte aus.

„Normalerweise ist es für Laien sehr aufwändig einen Antrag einzureichen“, berichtet Axel Schneider, „aber bei dieser Förderung gehen wir relativ unbürokratisch vor.“ So gebe es zum Beispiel ein einfaches Antragsformular. Auf der Website der LKJ sollen die Projekte mit einem Foto und Sachbericht vorgestellt werden. „Natürlich besteht die Gefahr einer missbräuchlichen Verwendung“, merkt Schneider an, „aber die Gefahr gibt es auch bei millionenschweren EU-Förderanträgen“.

DJ-Workshop

Das erste Projekt, das aus dem Fonds gefördert wird, wurde von David Lenard, Regisseur am TdA, und Muhamad Alzain entwickelt. In dem Workshop „Musik für alle: Wir machen Disco“ möchte Alzain sein DJ-Expertenwissen an Jugendliche weitergeben. „Mit Musik ist es manchmal einfacher zu kommunizieren, als im Gespräch“, sagt Muhamad Alzain, der gebürtig aus Syrien kommt.

Doch der Jugendkulturfonds ist keinesfalls ausschließlich für Projekte mit einem Schwerpunkt auf Flüchtlinge oder Willkommenskultur gedacht. „Es können auch nur die Fahrkosten für einen Chor-Ausflug sein, die wir übernehmen“, sagt Schneider und fügt hinzu: „Wir hoffen auf tolle, experimentelle und skurrile Projekte, wo auch mal eins Scheitern darf.“

Das TdA steht dem Jugendkulturfonds positiv gegenüber: „Ich denke, mit einer Förderung nach dem Gießkannen-Prinzip – also kleine Beträge wirksam einzusetzen –, kann aus dem ein oder anderen Pflänzchen eine Pflanze werden“, sagt Intendant Alexander Netschajew. Der Fonds solle laut Dorgerloh in ländlichen und strukturschwachen Gebieten eine Lücke schließen. „Projekte aus allen Landkreisen und Städten sind willkommen“, betont Axel Schneider.