Stendal l Anja Gödicke und Enrico Krause von der Initiative „Bürgerdialog Stromnetz“ fanden durchaus Zeit für einen Kaffee, als sie am Dienstag ihren Informationsstand in der Wandelhalle des Stendaler Stadthauses aufgebaut hatten. „Wo Leute nicht so sehr von der Ertüchtigung von Stromtrassen oder von ihrem Neubau betroffen sind, ist in der Regel der Informationsbedarf auch nicht allzu groß“, weiß Enrico Krause.

380 KV von Güstrow nach Wolmirstedt

Das trifft aus seiner Sicht für Stendal und die Altmark zu. Zwar ist im Zusammenhang mit dem geplanten Bau einer Stromtrasse von Wolmirstedt in der Magdeburger Börde ins bayerische Landshut eine Verstärkung der Trasse zwischen Güstrow und Wolmirstedt, die über Stendal verläuft, von 220 KV auf 380 KV vorgesehen, aber ein Aufreger sei das nicht. „Die Arbeiten finden im Bestand der alten Trasse statt“, begründet der Berater.

Dennoch steuern Anja Gödicke und Enrico Krause mit dem mobilen Bürgerbüro in dieser Woche Gardelegen, Stendal und Salzwedel an. „Wir möchten allumfassend informieren, sozusagen prophylaktisch“, umreißt Anja Gödicke das Anliegen. Zudem zeige der „Bürgerdialog Stromnetz“ auf, welche Beteiligungsmöglichkeiten es für Bürger in den einzelnen Planungsphasen gibt. Enrico Krause betont: „Wir informieren offen, unabhängig, neutral über den Stromnetzausbau in Deutschland.“

Dazu zählen auch die Gründe für den Ausbau. Gödicke und Krause rücken zwei in den Vordergrund: den Atomausstieg in der Bundesrepublik bis zum Jahr 2022, der ohne Ausbau zu einem gewissen Strommangel im Süden führen würde, und die Energiewende, die derzeit noch mit Schwankungen bei der Stromerzeugung aus Wind und Sonne verbunden ist.

Bundesministerium fördert Initiative

Die Initiative „Bürgerdialog Stromnetz“ wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert; zu den Partnern zählt die Deutsche Umwelthilfe. Wie Anja Gödicke berichtet, existieren neben dem mobilen Bürgerbüro zehn feste, eines davon in Magdeburg. Dort ist sie dienstags und mittwochs von 14 bis 17 Uhr zu sprechen und telefonisch unter 0391/567 20 30 oder 0170/836 92 32 erreichbar.