Stendal l „Meine Frau hat gesagt, bei uns zu Hause wird heute nicht gekocht. Da bin ich doch lieber hier“, beantwortete Frank Schulz mit einem breiten Grinsen die Volksstimme-Frage, warum er beim Frühjahrsputz der Grundschule Nord anpackt. Mit ernsterer Miene fügte er an, dass seine Frau an der Schule unterrichtet und er gern hilft, schließlich könne der Hausmeister nicht alles allein schaffen.

Das sah Kerstin Mühlegg ähnlich. Es gebe viele Kleinigkeiten, die zu erledigen seien. Das sei nicht so nebenbei zu schaffen, machte die stellvertretende Schulleiterin klar. „Deshalb haben Schulelternrat, Förderverein und Schule zum Arbeitseinsatz aufgerufen.“ Mit Erfolg. Rund 50 Mütter und Väter, dazu Pädagogen rackerten am Sonnabend auf dem Schulhof, den sonst die rund 270 Erst- bis Viertklässler nutzen, sowie im Schulgar- ten und auf der Kleinsportanlage.

Frische Farbe für Bewegungslandschaft

Auch einige Kinder hatten ihre Eltern begleitet. „Sie sammeln Steine von den Grünflächen, damit sie unserem Hausmeister beim Rasenmähen nicht um die Ohren fliegen“, berichtete Kerstin Mühlegg. Hausmeister Mario Küllmann sah es mit Freude, lobte das Engagement der Helfer: „Ich selbst komme gar nicht so richtig zum Arbeiten. Stattdessen koordiniere ich, weil so viele gekommen sind. Das ist eine super Zusammenarbeit.“

Bilder

Zahlreiche Hände rührten sich im Schulgarten, der im vergangenen Jahr angelegt worden war. Dort wurden unter anderem Stauden umgesetzt und Borde für den Hauptweg gesetzt. Aus Paletten fertigten Väter zwei Hochbeete. Dort sollen Erdbeeren und Zucchini gezogen werden, vielleicht auch Kürbisse, kündigte Ulrike Richter an, die für den Schulgarten verantwortlich zeichnet.

Mit Pinsel und Farbe rückten Eltern und Lehrer den verblassten Balken der Bewegungslandschaft zu Holze. Kristin Strauer war hier im Einsatz. „Meine Tochter Sophie besucht die Schule. Wenn die Schule sagt, sie benötigt Hilfe, dann helfe ich gern. Die Kinder sollen es doch in der Schule schön haben“, begründete sie ihre Teilnahme am Frühjahrsputz.

Es wurde doch noch gekocht

Ähnliches war auf den Sportanlagen zu vernehmen, die für die Freiluftsaison fit gemacht wurden. Die Weitsprunganlage wurde umgegraben und dabei von Unkraut befreit. Ein Stück weiter setzten Väter Pfosten in den Boden – als Begrenzung zur Laufbahn. „Das mache ich gern für die Kinder. Sie sollen sich hier wohl fühlen“, beantwortete Marco Ziehm die Volksstimme-Frage nach seiner Motivation. In gebrochenem Deutsch erklärte Ahmad Kattaa: „Ich liebe zu arbeiten.“ Der Syrer ist als Flüchtling nach Stendal gekommen und derzeit als Freiwilliger im Stendaler Färberhof tätig.

Viel Zeit zum Reden blieb freilich nicht. Schließlich lag ein großes Pensum vor den Frühjahrsputzern. Und das bewältigten sie augenscheinlich mit Bravour. Schulleiterin Petra Brachmann jedenfalls hob den Daumen und sagte: „Ich bin super zufrieden.“

Zufrieden durfte auch Frank Schulz sein. Es wurde doch noch gekocht. Die Altmark-Catering GmbH, Essenanbieter der Grundschule Nord, spendierte den Helfern eine deftige Gulaschsuppe.