Stendal l Schon der Verein ist ein Projekt, an dem mehrere Generationen mitarbeiten: Sie sind Studenten, Rentner und Menschen mitten im Berufsleben. Der Verein, den sie im Februar gründeten, heißt „Mehrgenerationenwohnen Stendal“. Ziel ist es, generationsübergreifende Wohnprojekte zu initiieren. Und das beste: Der Verein hat bereits ein Haus in der Stendaler Innenstadt im Visier und möchte dort mit der Stendaler Wohnungsbaugesellschaft (SWG) kooperieren.

„Es ist toll, wie schnell sich das entwickelt hat“, sagt Jürgen Lenski, der nicht nur Rentner, sondern auch Vorsitzender der Altmärkischen Bürgerstiftung ist. Vor einem Jahr hatte die Stiftung den ehemaligen Bremer Bürgermeister Henning Scherf zu Gast, der über seine jahrelangen Erfahrungen in einem Mehrgenerationenhaus berichtete. „Das war die Initialzündung“, sagt Lenski, der sich schnell mit dem Gedanken getragen hatte, etwas ähnliches auch in Stendal zu verwirklichen.

Reha-Studentin ist Vorsitzende

Ganz im Sinne der Bürgerstiftung sollte etwas angestoßen werden, bei der die Stiftung sich dann aber schnell wieder zurückzieht. „Das ist mit der Vereinsgründung passiert“, sagt Lenski, der „als Privatmann“ im neuen Verein weiter mitmischt. Nachdem er für seine Idee schon im Sommer getrommelt hatte, fanden sich mehrere Interessierte, die im Februar den Verein gründeten.

„Früher war es selbstverständlich, dass mehrere Generationen zusammenlebten, heute gibt es das kaum noch. Das ist schade“, sagt die Stendaler Studentin Ann-Kathrin Zeuner, die zur 1. Vorsitzenden gewählt wurde. Schon in ihrem Studium der Rehapsychologie und bei ihren Aktivitäten des Flechtwerks Demenz hat sie sich mit dem Thema der unterschiedlichen Generationen auseinandergesetzt.

Der Verein hat mehrere Sitzungen hinter sich und hat auch das avisierte Haus sich genauer angesehen. „Wir wollen das Haus jetzt noch nicht öffentlich machen“, sagt Lenski. Es müssten noch eingehendere Gespräche mit der SWG als Eigentümerin geführt werden. „Es gibt aber eine generell Bereitschaft, uns das Haus zur Verfügung zu stellen und in unserem Sinne umzugestalten“, so Lenski.

Fünf bis sechs Mietparteien geplant

„Natürlich wird sich die SWG unsere Ideen genau ansehen und mit spitzem Bleistift durchrechnen“, sagt Kay Timm, der Chef des Amtsgerichtes ist. Das Haus sei für den Verein aber schon jetzt ein Glücksgriff. Bei der Suche nach geeigneten Objekten habe man gemerkt, dass es nur wenige Häuser noch gebe, die verfügbar sind, so Timm.

„Das Wohnen in der Innenstadt ist beliebt“, sagt Ulrike Walkowiak, die wie Kollegin Ute Friedrichsdorf für das DRK das Quartiermanagement Altstadt verantwortet. Sie gehen davon aus, wenn das Generationenhaus kommt, dann gebe es genügend interessierte Mieter, die dort einziehen wollen.

Als nächstes sollen weitere Ideen für die Gestaltung des Hauses entwickelt werden, sagt die Vorsitzende Zeuner. Fünf bis sechs Wohnungen sowie Gemeinschaftsräume mit Garten könnten entstehen Möglicherweise könne man schon ab 2017 in die konkrete Umsetzung gehen.