Stendal l Respekt ist ein wichtiges und großes Thema, an das die 16 jungen Talente sich gewagt haben. Mehr noch: Unter der Leitung von Theaterpädagogin Johanna Becker haben sie das Stück selbst entwickelt. Seit September beschäftigten sie sich mit der Frage „Was ist Respekt?“. Eigene Erfahrungen mit mangelndem Respekt, mit Ausschluss aus bestimmten Gruppen oder gar Mobbing ergänzten den künstlerischen Prozess. Diese Erfahrungen wurden eingebracht, besprochen und verfremdet.

Collage regt an und macht Mut

Sicherlich war die Auseinandersetzung mit persönlichen Erlebnissen nicht immer leicht für die jungen Leute. Schließlich redet keiner gern über unangenehme oder gar schmerzhafte Dinge aus dem Privatleben. Ein Glück, dass sie es gewagt haben. Denn am Ende des künstlerischen Schaffens ist eine Art Collage herausgekommen, die sich sehen lassen kann, die zum Nachdenken anregt und auch Mut macht.

Die Jugendlichen stellen auf der Bühne verschiedene Situationen dar: Von nicht enden wollenden Beleidigungen über körperliche Gewalt bis hin zu Mut machenden Happy Ends ist fast alles dabei. Für ihre Umsetzung benutzen die weißgekleideten Darsteller auf der Bühne verschiedene Techniken. Es gibt sowohl szenisches Spiel als auch Bewegungstheater.

Projektband improvisiert dazu

Und es gibt Musik: Der „Respekt-Rap“ fasst alles noch einmal in Reimform zusammen. Unterstützt wurden die Akteure – nicht nur beim Rap – von der Projektband der Musik- und Kunstschule. Unter der Leitung von Sebastian Socha sorgten drei junge Musikerinnen (Eunike Edler, Lotte Muleit und Emma Reinecke)­ für die akustische Untermalung der Handlung. Ganz ohne Noten improvisierten sie an ihren Instrumenten gemäß der jeweiligen Stimmung: mal bedrohlich, mal schrill, mal traurig.

Philip Andrys, Sharif Augustsson, Maria Below, Leni Bergt, Jette Berlin, Hannah Dambock, Isabelle Dunkel, Lukas Frieser, Luca Giebelmann, Lara Schleef, Jasmin Schönemann, Jacob Schwarzlose, Charleen Varga, Jonas Wegner, Nele Zieckelkau und Erik Ziehm gaben den Zuschauern auf die Frage „Was ist Respekt?“ unter anderem folgende Antworten: „Respekt ist für mich, dass ich ich sein darf und du mich lässt, dass ich verrückte Sachen machen kann und doch geliebt werde...“ Und immer wieder (eindrucksvoll im Sprechchor vorgetragen): „Ich will, dass ich gesehen werde!“

Den Applaus nach 50 Minuten hatten sich alle Mitwirkenden mehr als verdient. Zwei Aufführungen gab es noch am Sonnabend und Sonntag, weitere sind nicht geplant.