Uetz l „Ich habe schon immer selber gern gelesen“, sagt Silke Thate. Mit einem geschenkten Buch ihrer Horterzieherin in der ersten Klasse fing es an. Seitdem ist die zweifache Mutter, die nach einem Arbeitsunfall Frührentnerin ist, eine echte Leseratte.

Dass sie selbst einmal Bücherfreunde auf gedankliche Reisen in andere Welten mitnehmen würde, diese Idee kam ihr erst, als zwei nicht ganz alltägliche Haustiere begannen, ihren Alltag durcheinander zu wirbeln. Durch eine Anzeige in der Regionalzeitung kam sie 1996 zu „Betty und Barny“. Nach Hund, Katze, Hamster zogen die beiden Frettchen in Uetz ein und hielten die ganze Familie auf Trab.

Und sie gaben den Stoff für eine Erzählung ab, die nicht nur Frettchenfreunde faszinierte. Auf die Idee, ein Buch über ihre ersten Frettchen zu schreiben kam Silke Thate, weil sie selbst auf der Suche nach Frettchengeschichten war. Damals gab es faktisch keine Literatur für Frettchenfreunde, erzählt Silke Thate.

Betty und Barny

Also ließ sich die Frau nach einer Schnelleinführung durch Ehemann Manfred auf das Abenteuer Computer ein und begann mit dem „Ein-Finger-Suchsystem“ die Erlebnisse von Betty und Barny niederzuschreiben. Sie reichen von Umräumungsversuchen des Haushaltes über gut gemeinte Gartengestaltung bis zu Besuchen bei den lieben Nachbarn und werden mal aus Sicht der menschlichen Halter, mal aus Sicht der quirligen Tiere selbst erzählt.

Teil eins und zwei der Geschichte wurden in der ersten Auflage rund 3500 mal verkauft. Bei Amazon und Weltbild sind die Bücher gelistet und liegen auch in Stendal und Tangerhütte in den Buchläden aus. Immerhin gibt es seit Kurzem eine dritte, überarbeitete Auflage. Für Silke Thate ist das Schreiben nicht nur logische Konsequenz ihrer eigenen Bücherliebe, sondern auch Abwechslung vom Alltag.

Die dritte Auflage ziert übrigens eine Zeichnung von „Betty und Barny“, die Frettchenfreundin Christl Bernhard aus Tasmanien angefertigt hat. Der Kontakt war in den ersten Jahren über die Internetseite „www.uetzer-frettchen.de“ entstanden, und 2005 packten Silke und Manfred Thate dann die Koffer, um Christls Einladung nach Australien zu folgen – ein Erlebnis, das die 55-Jährige bis heute schwärmen lässt.

Barny und Betty leben übrigens schon längst nicht mehr, die Frettchenliebe aber ist geblieben – heute sind Tom und Synny bei Thates zu Hause. Inzwischen hat Silke Thate auch ein neues Projekt in Arbeit: Einen Krimi, der in ihrer Heimatregion entlang der Elbe spielen soll. Es geht um einen menschlichen Fuß, der so manche Frage aufwirft. Die Geschichte soll auch regionale Gegebenheiten wie das einstige Militärgelände bei Mahlwinkel mit einbeziehen. Vielmehr soll aber vorab gar nicht verraten werden, denn das Buch soll noch dieses Jahr fertig werden.

Die Idee für ihren Heimatkrimi fand Silke Thate beim Pilzesuchen – zusammen mit ein paar Knochen wahrscheinlich tierischen Ursprungs mitten im Wald. Die sorgten allerdings dafür, dass ihre Phantasie begann, Kreise zu ziehen: Wie kommen die Knochen hierher? Von wem stammen sie? Was könnte dort geschehen sein? Fragen, die der Leser möglicherweise mit dem neuesten Werk aus Uetz beantwortet bekommen wird. Nur eines ist noch nicht ganz klar: Der Titel des Buches.