Bindfelde

400 Kiefern werden bei Stendal wegen Borkenkäfer-Befalls gefällt

Von Andreas König

Stendal. Der Boden erzittert, als die Kiefer aufschlägt. Ein Harvester, zu deutsch Holzvollernter, hat den Stamm des rund 100 Jahre alten Baums per Kettensäge durchtrennt. Gehalten wird er von starken, hydraulisch angetriebenen Walzen.

Halber Bestand ist vom Borkenkäfer befallen

Gesteuert wird das große Fahrzeug von Forstmaschinenführer Matthias Kleinau. Er arbeitet für ein Forstunternehmen mit Sitz in Uelzen. Sein Auftrag: rund 400 Kiefern fällen, entrinden und zum Abtransport bereitlegen. „Mindestens die Hälfte des Bestandes ist vom Borkenkäfer befallen“, sagt Matthias Kleinau und deutet auf die braunen Fraßstellen im Stamm.

Kiefern stehen unter Stress

Der Vormarsch des Borkenkäfers ist vor allem der extremen Trockenheit der vergangenen Jahre geschuldet. „Die Bäume stehen unter hohem Stress“, sagt Andreas Kriebel, Betriebsleiter des Forstbetriebs Altmark in Mahlpfuhl. Wenn den Bäumen das Wasser fehlt, haben der Borkenkäfer und ein Pilzschädling namens Sphaeropsis sapinea leichtes Spiel.

„Dabei geht es den Kiefern in der Altmark noch vergleichsweise gut“, sagt Andreas Kriebel. Im Harz mit seinen ausgedehnten Fichtenwäldern fallen den Schädlingen riesige Waldflächen zum Opfer.

Wald bei Bindfelde in Privatbesitz

Das befallene Waldstück bei Bindfelde befindet sich in Privatbesitz. Trotz des erheblichen Schädlingsbefalls kann der Eigentümer das Holz noch verkaufen. „Normalerweise haben Kiefern eine Lebensdauer von 120 bis 130 Jahren“, sagt Forstmaschinenführer Matthias Kleinau.

Die Bäume waren ohnehin „hiebsreif“, wie es in der Fachsprache heißt. Je nach Qualität des Holzes werden die Stämme als Säge- oder Palettenholz vermarktet, dienen der Herstellung von Spanplatten oder werden im Zellstoffwerk verarbeitet.

Hoffnung auf Niederschlag und kühles Wetter

„Wir hoffen, dass sich der Wald bei kühlerem Wetter mit mehr Niederschlägen erholt“, sagt Forstbetriebsleiter Andreas Kriebel. Bei niedrigeren Temperaturen können sich Borkenkäfer und Co. nicht so stark vermehren wie in den extrem warmen und trockenen Vorjahren. „2018 und 2019 wuchsen vier Generationen Borkenkäfer auf, die allesamt die Bäume schädigten“, berichtet Andreas Kriebel.

Erst einmal ist die Fläche kahl. Doch die altmärkische Kiefer ist „Streusandboden“ und trockene Standorte gewöhnt und dürfte sich nach der jüngsten Durststrecke wieder berappeln.