Lüderitz l Ab Ende 2022 sollen auf der Strecke zwischen Dolle und Lüderitz die Autos fahren. Das kündigte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Montag (27.8.2018) beim ersten Spatenstich zum sechsten Bauabschnitt der Autobahn 14 an, der eine Strecke von knapp 15 Kilometern haben wird und von Dolle bis nach Lüderitz reicht. Mit dem Spatenstich ist das Autobahnprojekt im Landkreis Stendal und damit in der Altmark angekommen. Jahrelang hatten sich Politiker und zuletzt auch die Bürgerininitiative Basta für den Weiterbau der A 14 und den Anschluss der Altmark an das Netz eingesetzt. Basta-Sprecher Burkhard Krüger aus Osterburg brachte gestern eine Autobahn-Torte mit und ließ den Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf der Bühne davon kosten.

2011 gab es Heuschrecken für Minister

Sachen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) versicherte dem Amtskollegen aus Berlin, dass er mit der Torte Glück gehabt habe. Als Peter Ramsauer (CSU) als einer seiner Amtsvorgänger als Bundesverkehrsminister im Dezember 2011 bei Colbitz den ersten Spatenstich für die nördliche Verlängerung der A 14 machte, da hätten sie Heuschrecken zu essen bekommen. „Die habe ich heute noch zwischen den Zähnen hängen“, sagte Webel.

Bundesminister Scheuer war am Montag mit dem Auto aus Berlin angereist und hatte eine halbe Stunde Verspätung und konnte so am eigenen Leib erfahren, wie es ist, wenn man an einen der autobahn­entlegensten Orte Deutschlands reist, wie er betonte.

Erster Spatenstich für A14 in Altmark

Lüderitz (bb) l In Lüderitz erfolgte am 27. August 2018 der erste Spatenstich für den sechsten Abschnitt der A 14. Damit ist der Autobahnbau, der sich über Jahre verzögert hat, in der Altmark angekommen. Zu dem historischen Ereignis war der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) aus Berlin angereist. Das rund 15 Kilomter lange Teilstück zwischen Dolle und Lüderitz soll Ende 2022 fertig sein und kostet nach derzeitigem Stand 124,5 Millionen Euro.

  • Erster Spatenstich für die A14 in Lüderitz, mit dabei der Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Foto: Sebastian Wienecke

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  • Die Spaten bekamen eine Gravur mit dem historischen Datum: 27.08.2018. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Die Spaten bekamen eine Gravur mit dem historischen Datum: 27.08.2018. Foto: Bernd-Volker Brahms

  • Viel Staub wurde aufgewirbelt: Altmärkischer Sand wurde beim ersten Spatenstich von den Politikern gelupft. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Viel Staub wurde aufgewirbelt: Altmärkischer Sand wurde beim ersten Spatenstich von den Poli...

  • Ein großes Interesse von Medien aber auch von Bewohnern der Region gab es an der improvisierten Baustelle. Foto: Bernd-Volker Brahms

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  • Mit der A14 soll es noch nicht alles gewesen gewesen sein. Befürworter der B190n brachten sich in Stellung. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Mit der A14 soll es noch nicht alles gewesen gewesen sein. Befürworter der B190n brachten si...

  • Vertreter aus der Wirtschaft bekundeten ihre Unterstütuzung für die A14 und forderten den Bau der Querspange 190n. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Vertreter aus der Wirtschaft bekundeten ihre Unterstütuzung für die A14 und forderten d...

  • Auch Bundesminister Andreas Scheuer (CSU, Mitte) und Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU, 2.v.r.) und Verkehrsminister Thomas Webel (CDU, 2.v.l.) reihten sich bei den A14-Befürwortern und 190n-Forderern ein. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Auch Bundesminister Andreas Scheuer (CSU, Mitte) und Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU,...

  • Viele Interessierte lauschten den Worten der Minister und des Ministerpräsidenten. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Viele Interessierte lauschten den Worten der Minister und des Ministerpräsidenten. Foto: Ber...

  • Auch ein Spaten mit der Forderuzng nach der B190n war dabei und forderte, die Angelegenheit zu Chefsache zu machen. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Auch ein Spaten mit der Forderuzng nach der B190n war dabei und forderte, die Angelegenheit zu Ch...

  • Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kostete von der Autobahn-Torte, die er von Burkhard Krüger von der Bürgerinitiative Basta

    Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kostete von der Autobahn-Torte, die er von Burkhard ...

  • Nach der Spatenstich-Arbeit ging es ins Festzelt. Es gab Wasser, Kaffee und auch Erbsensuppe mit Würstchen und andere Häppchen. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Nach der Spatenstich-Arbeit ging es ins Festzelt. Es gab Wasser, Kaffee und auch Erbsensuppe mit ...

  • Autobahn für Deutschland: Auf der Bühne standen die Spaten fein säuberlich aufgereiht da. Der Bundesminister ließ derweilen auf sich warten. Foto: Bernd-Volker Brahms

    Autobahn für Deutschland: Auf der Bühne standen die Spaten fein säuberlich aufgere...

  • Ganz gut ist die Schneise bei Lüderitz zu erkennen, wo die Autobahn entlangführen wird und wo 2022 Autos fahren sollen. Foto: Sebastian Wienecke

    Ganz gut ist die Schneise bei Lüderitz zu erkennen, wo die Autobahn entlangführen wird ...

  • Auch die lokalen Aktuere aus der Einheitsgemeinde Tangerhütte vollzogen ihren eigenen Spatenstich. Mit dabei Einheitsgemeindebürgermeister Andreas Brohm und die Lüderitzer Ortsbürgermeisterin Edith Braun (Mitte). Foto: Bernd-Volker Brahms.

    Auch die lokalen Aktuere aus der Einheitsgemeinde Tangerhütte vollzogen ihren eigenen Spaten...

Der Minister bezeichnete den Autobahnbau als ein Mega-Projekt und ein „kräftiges Infrastruktur-Upgrade“ für die Region. Mit der A 14 werde das größte Autobahn-Loch im Verkehrsnetz geschlossen. Nach Prognosen würden täglich 30.000 Fahrzeuge ab 2025 über die Autobahn fahren. „Das ist eine hohe Belastung“, sagte Scheuer. In wenigen Jahren werde es deutschlandweit eine Steigerung beim Personenverkehr auf der Straße von 13 Prozent geben und beim Güterverkehr um 38 Prozent. „Gleichwohl ist es auch Ziel, Güter auf die Schiene umzuleiten“, sagte Scheuer.

Schon als der Ministerpräsident Reiner Haseloff am Montag an der provisorischen Baustelle in Lüderitz eintraf, beglückwünschte dieser den Stendaler Landrat Carsten Wulfänger (CDU) „zur teuersten Autobahn der Welt“. Insgesamt kostet der Abschnitt VKE 1.4, wie das Stück zwischen Dolle und Lüderitz offiziell heißt, 124,5 Millionen Euro. Insgesamt 18 Brücken sind zu bauen, außerdem 22 Lärm-, Irritations- und Kollisionswände. Ein Teil der Brücken dient Tieren zum gefahrlosen Übergang über die Autobahn.

Ortsbürgermeisterin nahm zwei Spaten mit

Für den Baubeginn habe man sich mit Bedacht Lüderitz ausgesucht, sagte Verkehrsminister Webel. Man wollte signalisieren, dass der Autobahnbau nun auch in der Altmark angekommen sei. Auf den Spaten, mit denen die Politiker den ersten altmärkischen Sand für den Autobahnbau hochwirbelten, war das historische Datum eingraviert. Ortsbürgermeisterin Edith Braun nahm stolz einen davon mit nach Hause, zusammen mit einem zweiten Spaten, mit dem lokale Akteure von Feuerwehr, Rotem Kreuz und von der Kirche ebenfalls einen Spatenstich vollführten.

Nach dem offiziellen Akt ging es in ein Festzelt, wo es Erbsensuppe, Würstchen und andere Häppchen für die große Politikerschar gab, die auf Bundes- und Landesebene aktiv sind. Aber auch zahlreiche Einwohner der Region waren dabei. „Ich wollte sehen, dass es weitergeht“, sagte ein älterer Mann aus Dolle. Gerade dort sehne man die Fertigstellung der Autobahn herbei. „Ob der Durchgangsverkehr dann weniger wird, werden wir sehen.“ Genauso wie in Lüderitz wird es auch in Dolle eine Autobahnauf- und abfahrt geben.