Social-Media und Tourismus

Altmärker werben bei Instagram für die Schönheiten der Region - der Tourismusverband (noch) nicht

Können über die sozialen Medien Touristen in die Altmark gelockt werden. Ja, sagen Marketingagenturen benachbarter Regionen. Doch das Altmark-Portal des Regionalmarketing- und Tourismusverbandes ist dort bisher „nur“ bei Facebook vertreten. Doch reicht das aus?

Von David Schröder 01.07.2021, 04:45 • Aktualisiert: 01.07.2021, 09:23
Diesen sommerlichen Ausblick über die Kaiserstadt Tangermünde fotografierte der Gardelegener Tom Przibilla. Er ist einer der Influencer, die die Altmark unter anderem auf Instagram bewerben.
Diesen sommerlichen Ausblick über die Kaiserstadt Tangermünde fotografierte der Gardelegener Tom Przibilla. Er ist einer der Influencer, die die Altmark unter anderem auf Instagram bewerben. Foto: Tom Przibilla

Altmark - Traumhafte Sonnenuntergänge am Arendsee, weite Landschaftspanoramen oder Fachwerkdetails in alten Hansestädten. Unter #Altmarkliebe finden sich bei Instagram zahllose Bilder, die einerseits von der Heimatverbundenheit der Altmärker zeugen, andererseits den einen oder anderen Touristen sicher für die Region begeistern können. Allerdings fehlt auf dem Social-Media-Portal aktuell noch ein wesentlicher Player. Der Altmärkische Regionalmarketing- und Tourismusverband (kurz: ART) ist dort bisher nicht vertreten. Ein Fehler in der Strategie?

Stephanie Walter, beim ART zuständig für Regionalmanagement, betont im Volksstimme-Gespräch, dass neben Facebook weitere Social-Media-Aktivitäten „angedacht“ seien. Der junge Tourismusverband (gegründet 2019) habe sich zunächst auf die Website www.altmark.de konzentriert. Daneben gibt es einen Newsletter und eine Facebookseite, die aktuell fast 4000 Abonnenten zählt. Im Vergleich zur deutlich älteren Facebookseite Wendland.Elbe, die für den nördlichen Nachbarlandkreis Lüchow-Dannenberg wirbt, kein schlechter Wert. Den Wendländern folgen etwas mehr als 8000 Facebook-User.

So macht es das Wendland:

Den Online-Part bei der touristischen Werbung für das benachbarte Wendland übernimmt seit einigen Jahren eine Marketing-Agentur aus Köln (NRW). Wie der ART unter www.altmark.de präsentiert sich der Landkreis Lüchow-Dannenberg unter der Domain www.wendland.elbe.de als facettenreiche Urlaubsregion mit einer modernen Internetpräsenz. Doch die Wendländer mit Kölner Know-How setzen bereits seit Anfang 2016 auch immer mehr auf die Karte Social-Media. Und dort eben nicht mehr "nur" auf den Branchenriesen Facebook, sondern auch auf den aufstrebenden "Nachfolger" Instagram.

Das Interesse an der Region sei in den vergangenen Jahren "enorm gestiegen", berichtet Ann-Christin Hammer für das Marketingbüro Wendland.Elbe. "Und Social-Media wird dazu beigetragen haben", erklärt sie auf Nachfrage der Volksstimme. Insgesamt sieht sie eine Mischung aus der gut sortierten Homepage, den Facebook-Aktivitäten und dem steigenden Zuspruch via Instagram. Hammer sieht auch einen langsamen Wandel, weg von Facebook und hin zu Instagram und anderen sozialen Medien.

Zusammenarbeit mit Influencern?

„Wir wollten zunächst nicht zu viele Kanäle bespielen - uns nicht verzetteln“, erklärt Stephanie Walter, warum der Altmärkische Tourismusverband zum Beispiel bei Instagram noch nicht vertreten ist. Auch personell müsse solch ein neuer Kanal leistbar sein. Dennoch habe man das Thema im Blick. Vorausschauend nennt sie auch die Plattform Pinterest, die in Zukunft „ein Thema werden könnte“.

So zeigt sich der ART auch offen für sogenannte Influencer aus der Region. „Instagram ist ja sehr bildlastig, mit sehr gutem Material“, weiß Stephanie Walter vom Engagement vieler Altmärker dort. Kontakte zu einigen Fotografen habe es schon gegeben. Doch es könne natürlich noch mehr werden: „Wir sind da sehr offen. Freuen uns, wenn sich jemand bei uns meldet“, sagt sie. Fotografen können dazu die E-Mailadressen management@altmark.de und marketing@altmark.de nutzen.

Bei vielen Touristen immer wieder ein Sehnsuchtsort: der Arendsee in der Dämmerung.
Bei vielen Touristen immer wieder ein Sehnsuchtsort: der Arendsee in der Dämmerung.
Foto: Tom Przibilla

Etwas weiter sind da die Wendländer: Um ihren Instagram-Auftritt aufzuwerten und höhere Reichweiten zu generieren, arbeitet die Kölner Agentur für den Wendland-Kanal des Öfteren mit größeren Partnern zusammen. Hier nennt Ann-Christin Hammer die Metropolregion Hamburg oder das Marketing Niedersachsen. Hinzu komme die Zusammenarbeit mit Influencern, zum Beispiel Naturlandkind, deren Instagram-Kanal aktuell das Interesse von mehr als 106.000 Followern weckt. Daneben betont Hammer die Wichtigkeit lokaler Brands, also starker Marken und Unternehmen aus der Region. Der Bio-Fruchtsafthersteller Völkel aus Höhbeck ist überregional bekannt. Gemeinsame Gewinnspielaktionen binden Follower an die Firma, aber eben auch an die Urlaubsregion.

Sich bei Social-Media ausprobieren

"Es ist immer ein Ausprobieren", rät Ann-Christin Hammer zu Experimentierfreudigkeit in den sozialen Medien. Für Wendland.Elbe scheint es sich auszuzahlen. Die Abonnentenzahl steigt kontinuierlich. Aktuell zählt der Account etwas mehr als 2000 Follower. 

Dass das Ausprobieren auch in der Altmark funktionieren kann, zeigt seit einigen Monaten der nicht rein auf Tourismuswerbung ausgelegte Instagram-Account der Hansestadt Gardelegen. Fast 1200 Follower informieren sich dort bereits über städtische Neuerungen, aktuelle Hinweise aus dem Rathaus, aber eben auch über touristische Angebot, wie dieser Post verdeutlicht.

Datenschutzbestimmungen und Zustimmung verwalten

Neben Gardelegen verfügt auch Stendal über einen Instagram-Auftritt. Dort wird unter anderem für den Sachsen-Anhalt-Tag 2022 geworben. Und auch die kleinere Gemeinde Apenburg-Winterfeld ist im Sozialen Netzwerk aktiv. Weitere größere Tourismusmagneten wie die Kaiserstadt Tangermünde und die alte Hansestadt Salzwedel präsentieren sich bei Instagram allerdings nicht.