Stendal l Im Stadtsee darf wieder geangelt werden. Der Fischbestand in dem 9,6 Hektar großen Gewässer inmitten der Hansestadt hat sich „erstaunlicher Weise gut erholt“, sagt Jügen Schwarzlose. Wie der Gewässerwart vom Stendaler Anglerverein weiter gegenüber der Volksstimme berichtet, seien bei einem Probeangeln, „jede Menge fangreife Karpfen" registriert worden. Es sei die Brut „der Schuppen", die 2018/2019 gelaicht haben, und "die das große Fischsterben überlebt hat“, erklärt Schwarzlose.

2,5 Tonnen Fisch verendet

Mitte August vergangenen Jahres sind wegen Sauerstoffmangels zig tausend Fische erstickt. Am Ende waren es rund 2,5 Tonnen Fisch, darunter Hecht, Zander und kapitale Karpfen. Als Konsequenz wurde das Angeln untersagt und das Fütterverbot strenger kontrolliert. Zudem ist im September 2019 vom Stadtrat beschlossen worden, ein Konzept zur Verbesserung der Wasserqualität zu erarbeiten. 40.000 Euro sind dafür eingeplant.

„Gehört, wie weit man ist, haben wir noch nichts“, sagt Schwarzlose. Er ärgert sich darüber, denn der 66-Jährige und andere Experten aus dem Verein hätten gern mitgeholfen, um weiteres Fischsterben im Stadtsee zu vermeiden. „Der nächste Hitzesommer steht uns bevor, geschehen ist nichts“, hadert der Gewässerwart.

Anfluss seit Jahren zu

Der Stadtsee wurde einst künstlich angelegt und ist relativ flach. Die Uchte, die den See durchfließt, sei kein Garant mehr für Sauerstoffaustausch. Zum einen, weil der Fluss nur noch wenig Wasser führt und zum anderen, weil seit Jahren der Auslauf-Schieber geschlossen ist. So verwirbelt sich das zufließende Uchtewasser nur und durchströmt nicht den See.

Anfüttern verboten

Um nicht gleich wieder für noch mehr Probleme zu sorgen, wird laut Schwarzlose das Angeln im Stadtsee nur unter der Bedingung erlaubt, dass die Fische nicht angefüttert werden. Das Ordnungsamt der Stadt sei darüber informiert und werde die Einhaltung kontrollieren. Und noch eins: Es dürfen nur Karpfen ab 35 Zentimeter Länge in der Pfanne landen.