Stendal l Marie Krebs aus Stendal hat schon ganz konkrete Vorstellungen, wohin es beruflich einmal gehen soll: nach Möglichkeit in den Rettungsdienst. Und darum steuerte die Zehntklässlerin auch gleich den Informationsstand der Johanniter an und kam mit Friedrich Herrmann, Notfallsanitäter in der Ausbildung, ins Gespräch. Sie konnte ihm an der Übungspuppe auch prompt beim Intubieren assistieren. „Das ist der Beruf, den ich gern ergreifen möchte“, sagte die Schülerin, die sich auch in der freiwilligen Feuerwehr engagiert, Rettungsschwimmerin ist und Erfahrungen als Schulsanitäterin gesammelt hat. Die Ausbildungsmesse am Sonnabend in der Bürgerparkhalle wolle sie aber dennoch nutzen, um sich auch über andere Berufe, zum Beispiel in der Krankenpflege, zu informieren.

Einblicke in mehr als 100 Berufsfelder

Eine große Auswahl dafür hatte Marie Krebs, denn rund 80 Aussteller – im ersten Jahr 2005 waren es zirka 25 – stellten insgesamt mehr als 100 Berufsfelder vor. Technisches und Handwerkliches war ebenso darunter wie Jobs in der Verwaltung, in der Justiz, bei der Polizei, im sozialen Bereich, im Handel, in der Landwirtschaft oder im Bankwesen. Und nicht immer gingen die Initiativen von den Chefs aus. Das Stendaler Kaufhaus Ramelow zum Beispiel nahm erstmals an der Ausbildungsmesse teil – weil Azubis das wollten und auch die gesamte Standvorbereitung übernahmen.

Andere wiederum hatten sich für ihre Teilnahme etwas Besonderes einfallen lassen. Die Hansestadt Stendal zum Beispiel, die beim Ausbildungsquiz mit einer Einladung zum Einstellungstest als Hauptpreis lockte. Durchaus attraktiv, denn so ist schon die erste Hürde genommen und die erste Gefahr gebannt: die, allein wegen der Bewerbungsmappe im weiteren Verfahren vielleicht gar nicht berücksichtigt zu werden.

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Über das große Interesse an der Ausbildungsmesse freute sich auch Landrat Carsten Wulfänger (CDU), denn: „Die Auswahl des Berufes ist die erste eigene schwere Entscheidung, die man im Leben fällen muss.“ Dass es aktuell etwa so viele Ausbildungsstellen in der Altmark gibt wie Bewerber, sieht er für die jungen Leute positiv: „Sie können in der Region bleiben, weil sie hier eine Ausbildung finden.“

Auch wenn die Arbeitsagentur bereits zum 14. Mal eine solche Messe organisiert hat, war sie für Torsten Narr eine Premiere. Er ist seit Dezember vorigen Jahres Chef der Stendaler Agentur für Arbeit und übernahm daher erstmals die Gastgeberrolle. Das Thema Berufe werde immer komplexer, so Narr, „darum wird es immer wichtiger, sich umfassend zu informieren“. Denn der Einstiegsberuf sei heute oft nicht der, mit dem man in die Rente geht.

Auch in diesem Jahr konnte die Messe damit punkten, dass an den Ständen nicht nur Verantwortliche und Lehrausbilder informierten, sondern meist Auszubildende selbst ganz konkret über sich und ihre Arbeit berichteten.