Stendal l Wo kommen Hass, Gewalt und Ausgrenzung her? Warum entstehen immer wieder totalitäre Regime? Was können wir für ein friedliches und respektvolles Miteinander tun? Dies sind Leitfragen der Themenwoche „Denken ohne Geländer“, die jetzt zum vierten Mal in Stendal stattfindet. Hochschule, Theater und die Landeszentrale für politische Bildung haben sich dafür mit vielen Partnern zusammengetan und ein intensives, hochpolitisches und emotionales Programm zusammengestellt.

„Ich führe diese Veranstaltungsreihe gern fort“, sagt TdA-Intendant Wolf E. Rahlfs, „getragen von der Überzeugung, dass wir in einer Zeit, da wir mehr übereinander statt mitein­ander zu reden scheinen, wieder mehr sinnliche, gemeinsame Erfahrungen brauchen.“

Perspektive mal wechseln

Ausdrücklich jeder ist eingeladen, sich in diese Woche mit ihren vielfältigen Formaten zu begeben. Um zu einem guten Miteinander zu finden, müsse man manchmal nur auch die Perspektive des anderen einnehmen, sagt Rahlfs. Die Themenwoche rund um den 27. Januar, den Gedenktag zur Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau, biete dazu ausreichend Gelegenheit. Ihre Notwendigkeit bestehe nicht obwohl, sondern weil der Holocaust inzwischen so lange her sei und es bald keine Zeitzeugen mehr gebe. Und weil das Fremde immer wieder als Bedrohung empfunden würde. Und eben weil Hass und Nationalismus heute wieder lauter und somit stärker wahrgenommen würden. Mitinitiatorin Aud Merkel: „Darum müssen wir immer wieder Formate finden, um dem etwas Positives entgegenzusetzen.

Bei aller Schwere der Themenwoche sind sich die Veranstalter sicher, dass damit ein Nerv getroffen wird. Rahlfs‘ Aufruf an all jene, die zögerlich sind: „Tun Sie es den 1300 Besuchern nach, die letztes Jahr gekommen sind!“