Stendal l Im Mai 2018 hatte Jeanette Winter, Leiterin des Regionalbereiches Südost der DB Service&Station und damit für den Stendaler Bahnhof zuständig, angekündigt: 2019 geht es nun endlich mit den Arbeiten am Bahnhof los. Eine Botschaft, die nach Jahren des Verschiebens Hoffnung gemacht hat, aber auch mit Skepsis aufgenommen worden war. Stadträte, Stadtverwaltung und Behindertenverbände fordern seit Jahren, dass die angekündigten Arbeiten in Angriff genommen werden. Nun soll es wirklich losgehen.

„Die Vergabe der Umbau- und Modernisierungsarbeiten der Verkehrsstation Stendal ist 2018 erfolgt und es laufen die Bauvorbereitungen“, teilte Bahnsprecher Jörg Bönisch auf Nachfrage mit. Baustart soll im Juni sein, als offizieller Akt sei ein erster Spatenstich vorgesehen. Unter anderem werden die Bahnsteige 2/3 und 4/5 angeglichen und neu auf 55 Zentimeter Höhe gebaut. Derzeit ist der zu große Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Zug und auch der Abstand zwischen beiden ein großes Problem beim Ein- und Aussteigen.

Windschutz und Bänke

Ein zweiter wichtiger Punkt bei den Arbeiten sind die Fahrstühle, die einen barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen ermöglichen sollen. „Die Bahnsteige werden komplett neu ausgestattet mit Windschutz, Bänken und Vitrinen“, erklärte der Bahnsprecher. Zum Projekt gehört zudem der Tunnelabschnitt vom Gleis 1 bis zum vor Jahren von der Hansestadt Stendal neugebauten Durchgang zur Lüderitzer Straße. Der alte Röxer Tunnel soll nach Abschluss der Arbeiten zurückgebaut werden. Die Kosten für die Arbeiten beziffert Jörg Bönisch mit „im zweistelligen Millionenbereich“.

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Die Arbeiten sollen Bahnsteig für Bahnsteig erfolgen, hatte Jeanette Winter erklärt, gestartet werden soll mit Bahnsteig 4/5, also aus Sicht des Bahnhofsgebäudes dem hinteren.

Wenn es im Juni mit den Arbeiten losgeht, müsste schon jetzt die Informationsarbeit beginnen, forderte CDU-Stadtrat Henning Richter-Mendau in der vergangenen Woche während der Sitzung des Hauptausschusses. Er bat Oberbürgermeister Klaus Schmotz (CDU), mit der Bahn Kontakt aufzunehmen, um zum Beispiel eine Informationsveranstaltung anzubieten. Denn die Pendler, die von Änderungen während der Bauarbeiten betroffen sind, sollten nach Ansicht von Richter-Mendau schon recht früh über Sperrzeiten, mögliche Ausfälle, Schienenersatzverkehr oder geänderte Fahrzeiten informiert werden. Der Stadtrat zitierte während der Ausschusssitzung aus der „Integrierten Bündelung 2019“, einem Informationsangebot der Deutschen Bahn im Internet, in dem auch das Vorhaben „Umbau Verkehrsstation Stendal“ enthalten ist.

Darin werden zum Beispiel Zugausfälle auf den Strecken Stendal-Tangerhütte und Stendal-Tangermünde aufgeführt – für Henning Richter-Mendau schon einschneidende Änderungen, die rechtzeitig kommuniziert werden sollten. Hauptsächlich betroffen sein wird der Nahverkehr, denn der Fernverkehr läuft zum großen Teil über den als ICE-Halt ausgebauten Bahnsteig 1.

Arbeiten am Gebäude

Die Deutsche Bahn möchte mit ihrer Großmaßnahme in Stendal auch etwas am Bahnhofsgebäude machen. Geplant sind Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten. Jeanette Winter hatte im vergangenen Jahr im Stadtrat als Beispiel genannt, dass die großen Türen im historischen Gebäude erneuert werden sollen.