Stendal l Wer aus südlicher Richtung mit dem Auto, Motorrad oder Transporter nach Stendal hinein fahren möchte, hat zwei Möglichkeiten: über die Brücke Magdeburger Straße (zur Kreuzung Nachtigalplatz) oder über die Brücke Röxer Straße (zum Kreisel Erich-Weinert-Straße). Heißt: Sollte eine der beiden Brücken nicht genutzt werden können, hat das erhebliche Auswirkungen auf den innerstädtischen Verkehr.

Auch wenn es noch keinen konkreten Termin gibt, steht dieses Problem in einem der nächsten Jahre an. Denn die jetzige Brücke an der Magdeburger Straße über die Schienenanlagen der Deutschen Bahn soll und muss abgerissen und von einem Neubau ersetzt werden. Wann, ist allerdings noch offen.

„Der Start der Bauarbeiten wird noch auf sich warten lassen. Als sehr grober Zeitplan für die Bauarbeiten kann aktuell nur 2022/2023 genannt werden“, sagte Stadtsprecher Armin Fischbach auf Nachfrage. Entscheidend werde sein, welche Sperrzeiten, zum Beispiel für den Zugverkehr, erforderlich sind und festgelegt werden. Fischbach: „Diese sind dann für die Umsetzung der Maßnahme bindend.“

Breite muss erweitert werden

Reparaturen und Sanierungsarbeiten an der Brücke allein sind nicht möglich – notwendig ist ein kompletter Neubau. Einerseits wegen des Alters der Brücke und des damit verbundenen baulichen Zustandes, andererseits wegen der künftigen Nutzung. Denn derzeit gebe es ein eingleisiges Lichtraumprofil, die Brücke muss aber im Zuge des geplanten Ausbaus der sogenannten Amerika-Linie über Salzwedel nach Uelzen auf ein zweigleisiges Lichtraumprofil erweitert werden. Das Lichtraumprofil definiert zum einen den Bereich, der für den Weg von Fahrzeugen (auch auf der Schiene) freigehalten werden muss, zum anderen dient er als Konstruktionsvorgabe für die Bemessung der vorgesehenen Fahrzeuge.

„Künftig ist eine zweigleisige Durchfahrtsbreite erforderlich“, erklärte Armin Fischbach. Was die Kosten betrifft, „kann zurzeit nur eine sehr grobe Schätzung abgegeben werden“, so der Stadtsprecher.„Zum aktuellen Zeitpunkt scheinen Kosten zwischen fünf und sieben Millionen Euro realistisch zu sein.“

Hauptkosten bezahlt die Deutsche Bahn

Weil die Baumaßnahme dem Eisenbahnkreuzungsrecht unterliegt und es vor allem um die Verbreiterung des Lichtraumprofiles geht, wird der Hauptteil der Kosten von der Deutschen Bahn übernommen werden müssen. Für die verbleibenden Kosten, die die Hansestadt Stendal übernehmen muss, soll Fördergeld in Anspruch genommen werden, kündigte Armin Fischbach an.

Weil die Hansestadt aber Baulastträger und damit zuständig für die Verkehrssicherungspflicht der Brücke ist, wird sie für das gesamte Prozedere der Umsetzung, von der Planung über die Abwicklung des Planfeststellungsverfahrens bis hin zur baulichen Umsetzung und Abwicklung der Kostenbeteiligung der Deutschen Bahn, als Träger fungieren müssen. „Dies wird mit einer besonderen Herausforderung für die Verwaltung verbunden sein“, sagte Fischbach.