Stendal l Die Stadt hat kurzfristig freie Mittel im Haushalt ausgemacht, um das Bauernmarkt-Gebäude zu sanieren. Im Juni 2018 war festgestellt worden, dass das Dach nicht mehr stabil ist und saniert werden muss. Zunächst wurde ein Drittel der Halle gesperrt und später mit Stützpfeilern improvisiert, so dass die Händler sich in der Halle wieder genügend ausbreiten können.

Nicht unerhebliche Miete

„Es ist schön, dass was an der Halle gemacht wird“, sagt Kerstin Schuster von der Schäferei Schuster aus Beuster. Jahrelang sei gar nichts passiert, sagt die Sprecherin der derzeit 13 Händler des Marktes. Sie hätten sich schon gefragt, wo die nicht unerhebliche Miete bleibe, die sie aufbringen müssten, um in dem ehemaligen Gebäude der Feuerwehr ihren Markt abhalten zu können, der werktags mit einzelnen Händler ausgerichtet wird und sonnabends voll ausgebucht ist. Als Mieter fungiert im Übrigen der Maschinen- und Betriebshilfsring Altmark e.V. gegenüber der Stadt. Dieser vermietet die Standflächen wiederum an die Händler.

„Wir wünschen uns, dass man ehrlich mit uns umgeht“, sagt Händler Rainer Rippel aus Höwisch, der ebenso schon seit Beginn des Bauernmarktes vor 21 Jahren dabei ist. Es habe immer wieder Gerüchte gegeben, dass das „Filetgrundstück in der Innenstadt“ an einen Investor veräußert werde, so Rippel. Vom Bau eines Wohnhauses bis hin zu einem Parkplatz sei die Rede gewesen.

Marktbesucher sammelte 567 Unterschriften

Im Juli hatte Marktbesucher Rainer Jockel 567 Unterschriften an den Stadtratsvorsitzenden Thomas Weise (CDU) übergeben, die er für den Erhalt des Stendaler Bauernmarktes gesammelt hatte. Weise hatte seinerzeit betont, dass kein Abriss des Gebäudes geplant sei.

Einen alternativen Standort könne er sich nicht vorstellen, sagt Rainer Rippel. Er wüsste in Stendal keinen geeigneten Platz für den ganzjährigen Bauernmarkt.

Dass nun das Dach für eine Stange Geld saniert werden soll, sehen die Händler als ein Bekenntnis zum Erhalt des Bauernmarktes.

Stadt hat Geldtopf gefunden

Heute Abend wird der Stadtrat über eine Investition in Höhe von 90.000 Euro für die Dachsanierung entscheiden. Das Geld soll aus dem Topf „Städtebaulicher Denkmalschutz“ entnommen werden. Die Mittel wurden frei, da sich bei der Abrechnung der Sanierung der Mühlenstraße gezeigt habe, dass das neben Einsparungen dort auch Geld aus dem Programm Stadtumbau Ost zur Aufwertung der Altstadt verwendet werden konnte.

Nur mit einer Erneuerung des Daches könne eine „dauerhafte Lösung“ gefunden werden, heißt es in der Ratsvorlage. Eine möglichst zügige Investition sei auch deshalb schon geboten, weil für die derzeit verwendeten Gerüstpfeiler eine jährliche Miete von 7140 Euro aufzubringen sei.