Stendal l Mit der Grundidee, die Hansestadt Stendal noch grüner zu machen, können sich viele Stadträte anfreunden – fraktionsübergreifend. Darum gab es für den Antrag im Finanzausschuss und im Ausschuss für Stadtentwicklung mehrheitliche Zustimmung. Ob es die am 7. Dezember auch im Stadtrat gibt, ist dennoch offen. Denn während der Debatten wurden Punkte aufgelistet, die klarer formuliert werden müssen.

Stichwort Bauplätze. Es müsse im Antrag deutlich formuliert werden, „dass bebaubare Flächen ausgenommen sind“, forderte der Linke/Grüne-Fraktionsvorsitzende Joachim Röxe. Auch er könne zustimmen, so das Fraktionsmitglied Sven Meinecke (Linke), „wenn Bauland von vornherein raus ist“. Es könne nicht immer die Forderung nach mehr Bauplätzen aufgemacht werden und dann Bauland wegfallen, weil es begrünt werden soll. Außerdem sollte es nicht so laufen, so ein Gegenargument, dass erst Geld für Anpflanzungen ausgegeben wird, um dann nach einigen Jahren Sträucher und Bäume wieder zu entfernen, weil das Areal doch bebaut werden soll.

Folgekosten für Pflege

Stichwort Geld: In ihrem Antrag spricht die Fraktion Freie Stadträte Stendal/Bürger für Stendal von 100.000 Euro, die als Investition für zusätzliche Begrünungen schon in den Haushalt 2021 eingeplant werden sollen. Björn Eckhard Dahlke (Grüne) hat einen Änderungsantrag mit mehreren Punkten nachgeschoben. Unter anderem schlägt er vor, die genannte Summe mit dem Zusatz „mindestens“ zu versehen.

Im Finanzausschuss gab Kämmerin Beate Pietrzak zu bedenken, dass der Betrag vermutlich „nur die Anschaffungskosten“ decken würde. Ein Baum koste beim Kauf im Durchschnitt 150 Euro und ein Strauch durchschnittlich 20 Euro. Fünf Jahre lang müsse ein neu gepflanzter Baum versorgt und gepflegt werden, ein Strauch drei Jahre, berichtete die Kämmerin und nannte dafür weitere Kosten: rund 200 Euro pro Jahr für einen Baum, rund 50 Euro pro Jahr für einen Strauch – unter dem Strich Folgekosten im sechsstelligen Bereich.

90 Bäume für den Schadewachten?

Für Nachpflanzungen, zu denen die Stadt bei Bauvorhaben verpflichtet ist, gibt die Stadt pro Jahr zirka 400.000 Euro aus, sagte Beate Pietrzak. Wegen des Schlüssels 3:1 (ein Baum weg, dafür drei neue), müsse allein für den Schadewachten eine Nachpflanzung von 90 Bäumen erfolgen.

Pflanzen auf den Dächern

In seinem Zusatzantrag fordert Björn Eckhard Dahlke außerdem eine Begrünungssatzung für die Innenstadt und die Ortsteile, um eine „angemessene Begrünung“ sicherzustellen und „ein ökologisches Stadtbild“ zu erhalten und zu verbessern. Ein weiterer Vorschlag: Prüfen, auf welchen städtischen Gebäuden eine Dachbegrünung möglich ist.

Dem könnte die FSS/BfS-Fraktion folgen. Vieles aus Dahlkes Änderungsantrag beziehe es sich aber nicht auf ihren Antrag und dessen Anliegen, sagte der Fraktionsvorsitzende Christian Röhl. Es gehe nicht darum, „dass die Flächen automatisch bepflanzt werden müssen“. Sondern erst einmal darum, dass die Stadtverwaltung auflistet, welche kommunalen, derzeit unbebauten Flurstücke in der Hansestadt für eine Begrünung zur Verfügung stehen würden.