Stendal l Stolze 225 Kilogramm stemmte Silvio Krämer am Sonnabend in Stendal im Schwarzen Adler in die Höhe. Er holte sich damit einen der Pokale, die es bei den Meisterschaften im Bankdrücken zu gewinnen gab.

Aber eigentlich stand das Gewinnen bei der Veranstaltung „Stark fürs Leben“ gar nicht im Vordergrund. Es ging unter den Kraftsportlern vielmehr darum, eine möglichst hohe Spendensumme zu erzielen. Zum siebten Mal richtete der Tangermünder Oliver Beck das Turnier aus, dessen Erlös aufgeteilt wird. Einen Teil bekommt das Hospiz, einen weiteren Teil bekommt die Krebsgesellschaft Sachsen-Anhalt und einen dritten Teil bekommt die Familie des kleinen Elias aus Kalbe. Der Junge hat einen bösartigen Tumor im Kopf und kämpft um sein Leben. Der Vater des Jungen war bei der Veranstaltung dabei und zeigte sich dankbar für die Aktivitäten. Am Ende sind es 10.000 Euro, die zusammenkommen. Hinzukommt noch das Geld vom Benefiz-Konzert, das am Sonnabend im „Joker“ stattgefunden hat. „Das ist mehr als die doppelte Summe als beim letzten Mal“, freut sich der Veranstalter.

Großes Teilnehmerfeld zwingt zum Umzug

„Meine Mutter ist 2011 an Krebs gestorben“, sagte Oliver Beck. Dies sei seine Motivation, nun schon zum siebten Mal diese Benefizveranstaltung auf die Beine zu stellen. „Es wird immer größer“, freut sich Beck. Bislang war das Turnier der starken Männer und wenigen Frauen in Tangermünde im Königin-Luise-Saal. Da mittlerweile aber mehr als 130 Teilnehmer aus ganz Deutschland und auch aus der Schweiz und Österreich dabei sind, kam die Idee auf, nach Stendal in den großen Saal im Schwarzen Adler umzuziehen. „Wir haben hier ideale Bedingungen“, sagt Beck.

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Pro gestemmtes Kilogramm gehen zehn Cent in die Spendenkasse. Bezahlt wird das Geld durch verschiedene Sponsoren. Auf diese Weise kommen rund 1600 Euro zusammen, sagt Beck. Durch andere Aktivitäten wie Kalender- und T-Shirtverkauf und eine Tombola kommt weiteres Geld zusammen. Auch das Startgeld der Teilnehmer fließt komplett ein. Außerdem werden Würstchen und Bouletten durch den Altmärker verkauft und der Erlös gespendet.

Auch Frauen ließen ihre Muskeln spielen

Eine der wenigen teilnehmenden Frauen ist Manuela Falke aus dem schleswig-holsteinischen Ahrensburg. Beim Half-a-penny-Wettbewerb hievt sie 9,06 Kilogramm in die Höhe. Die Fläche die zwischen Daumen und Zeigefinger zu greifen ist, hat die Maße eines halben englischen Penny. „Es ist eine tolle Atmosphäre hier“, sagt Falke. Es sei wie ein Familientreffen unter Kraftsportlern. Und in der Tat. Es sind zahlreiche Welt- und Europameister und zahlreiche deutsche Meister dabei. Andere wiederum starten erstmals, wie der 31-jährige Berliner Rico Ratajczak, der beim Bankdrücken immerhin 167,5 Kilogramm in die Höhe bringt. „Es ist ideal, bei so einem Wettkampf, wo es um einen guten Zweck geht, erstmals anzutreten“, sagte Ratajczak.

Auch zahlreiche einheimische Sportler beteiligen sich. Allein von Lok Stendal sind 27 Akteure dabei. „Ich bin schon zum vierten Mal dabei“, sagt Matthias Hörnig, der gerade zum Aufwärmen mal 155 Kilogramm gestemmt hatte.

Zu Beginn der Veranstaltung hatten sich auch der Stendaler Bürgermeister Klaus Schmotz (CDU) und sein Tangermünder Amtskollege Jürgen Pyrdok (parteilos) an die Gewichte gewagt. Sie stemmten immerhin 50 Kilogramm. „Wenn Starke Schwache unterstützen, dann ist das eine tolle Sache“, lobte Pyrdok die Veranstalter.