Stendal l „Zwei lauwarm!“ „Drei zum Mitnehmen!“ Es geht Schlag auf Schlag am Boulettenstand von Anke und Michael Rittmann, er brutzelt, sie nimmt Bestellungen entgegen und verkauft. Das Rittmannsche Bratwerk nach Geheimrezept geht weg wie, nun ja, warme Bouletten. Was drin ist, wird nicht verraten, aber die Hauptzutat ist ohnehin „die Liebe beim Zubereiten“, sagt Michael Rittmann und ergänzt die Information gewohnt offenherzig durch sein Credo: „Wer Liebe beim Zubereiten walten lässt, bescheißt nicht.“

Spende für Hospiz und Feuerwehr

Dass die Imbiss-Betreiber an einem Sonnabend Anfang Oktober auf dem Winckelmannplatz stehen, ist inzwischen keine Überraschung mehr – schließlich ist es das vierte Boulettenfest in Stendal. Und mit ihnen gemeinsam sind es diesmal noch 16 andere Gastronomen oder Vereine aus Stendal und viele weitere Akteure, die das Fest mit Dekorativem, Basteleien oder Schmuckem bereichern. Wen man auch fragt, das Dabeisein ist für alle – neben der Eigenwerbung freilich – Ehrensache. Schließlich werden alle Einnahmen gespendet. Diesmal werden das Stendaler Hospiz und die Stendaler Jugendfeuerwehr bedacht, die sich die Summe von 4078 Euro teilen können, die selbst die Initiatoren überwältigt hat (voriges Jahre kamen 2900 Euro zusammen).

Viele Neue dabei

Und so sind die Beschenkten ohne Frage auch selbst mit beim Fest aktiv. Beim Hospiz gibt es wie gewohnt eine vegane Linsencurrysuppe, die Jugendfeuerwehr bietet gesponserte Waren wie frische Äpfel, Kuchen und Saft an. „Jugendfeuerwehr ist mein Hobby, und ich helfe, wo ich kann“, sagt die 15-jährige Nadja Spinnrad, die seit acht Jahren Mitglied ist. Ihr zur Seite stehen am Samstag ganz stolz Jack Heyl (7) und Luka Draschowski (6).

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Die vielen Stände am Winckelmannplatz sind ein wahrer Magnet, schließlich knurrt irgendwann wohl allen Samstagseinkäufern in der Fußgängerzone der Magen, mancher hatte sich ohnehin vorgenommen, beim Boulettenfest vorbeizuschauen und so mancher auch gleich ein Gefäß zum Einfüllen von Suppe und Co. mitgebracht.

„Die Resonanz ist top“, sagt Rittmann, während er die Bouletten wendet, „das Wunderschöne ist, es sind sowohl alle vom vorigen Mal dabei als auch ganz viele Neue.“ Und er geht davon aus, dass er noch mehr Unternehmer zum Mitmachen animieren kann, und ist sich gewiss: „Da werden wir nächstes Jahr wohl auf den Marktplatz umziehen müssen.“