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Besitzer sichert Problemhaus-Haus in Stendaler Bahnhofsvorstadt

Ein verfallendes Eckhaus in der Bahnhofsvorstadt in Stendal hatte sich zu einer Gefahrenquelle entwickelt. Daraufhin erhöhte die Stadtverwaltung den Druck auf den Eigentümer.

Von Antonius Wollmann
Ein schwarzes Netz soll verhindern, dass Teile der Fassade auf dem Bürgersteig landen. Aus Sicht der der Stadt Stendal ist damit der Pflicht zur Sicherung  Genüge getan.
Ein schwarzes Netz soll verhindern, dass Teile der Fassade auf dem Bürgersteig landen. Aus Sicht der der Stadt Stendal ist damit der Pflicht zur Sicherung Genüge getan. Foto: Antonius Wollmann

Stendal - Der Eigentümer des verfallenden Hauses Bahnhofstraße 23b/Ecke Frommhagenstraße hat auf die Forderungen der Stadtverwaltung reagiert und am vergangenen Wochenende die bröckelige Fassade gesichert. „Es werden dort durch den Eigentümer Schutzvorrichtungen installiert, um die Bürger vor Abbrüchen zu schützen“, informiert Armin Fischbach, Mitarbeiter der städtischen Pressestelle. Unter anderem hatte der Besitzer eine Firma damit beauftragt, ein Netz vom Dach bis zum ersten Stock zu spannen, um zu verhindern, dass Teile des Hauses auf den Gehweg oder die Straße fallen.

Die vom zuständigen Fachamt angeordneten Sicherheitsmaßnahmen seien nunmehr erfüllt, teilt Armin Fischbach mit.

Gebäudeteile fielen auf den Bürgersteig

Insbesondere die Fassade befindet sich in einem solch maroden Zustand, dass sie sich zunehmend zu einer Gefahr für Passanten entwickelt hatte. Die Stadtverwaltung hatte deshalb im April Teile des Bürgersteiges und Parkbuchten auf der Gebäudeseite Frommhagenstraße sperren lassen. Zu hoch wurde das Risiko eingeschätzt, dass Personen von herabfallenden Steinen verletzt werden könnten. Fußgänger mussten in der Folge auf die vielbefahrene Frommhagenstraße ausweichen oder die Straßenseite wechseln. Zwar fielen seitdem keine Teile mehr hinab, mit der Situation wollte sich die Stadt dennoch nicht zufriedengeben. Deshalb veranlasste sie eine Sicherheitsverfügung.

Zeigte sich der Eigentümer zunächst uneinsichtig und beauftragte einen Anwalt, um gegen die Verfügung vorzugehen, hat sich seine Sichtweise offensichtlich geändert.

Schwierige Kommunikation mit dem Hausbesitzer und der Stadt Stendal

Das passt ins Muster der Kommunikation zwischen den Parteien. Die zeichnete sich in den vergangenen Jahren dadurch aus, dass der Hausbesitzer in der Regel zum Handeln aufgefordert musste, der Druck dann aber stets Wirkung erzielte. So entfernte er zum Beispiel zwei Schornsteinköpfe und mehrere Dachziegel. Ob mit der Sicherung der Fassade die Sperrung des Bürgersteiges und der Parkplätze beendet ist, konnte Fischbach noch nicht beantworten. Allerdings haben Fußgänger momentan freie Bahn. Und auch die Parkplätze werden wieder genutzt.

Die Bereitschaft zur permanenten Sicherung sollte man indes nicht als ein Fingerzeig zu einer baldigen Sanierung verstehen. Nichts deutet darauf hin, dass etwaige Pläne vorliegen. Damit müssen die Stendaler weiter mit dem Anblick des stark sanierungsbedürftigen Gründerzeithauses leben.