Bismark l „Wir haben mit dem Lehrermangel und den damit verbundenen Ausfallzeiten zu kämpfen“, berichtet Birgit Smirnow, die Leiterin der Bismarker Sekundarschule. „Die Schüler sitzen zum Teil schon zur Mittagszeit an der Bushaltestelle.“ Und die Freizeitangebote in der Region sind recht übersichtlich. Mit diesem Hintergrund will die Einrichtung nun für attraktive Angebote am Nachmittag sorgen und sich damit zu einer Ganztagsschule entwickeln.

Für Birgit Smirnow stehen dabei drei Schwerpunkte auf der Agenda: Hausaufgaben-Betreuung, Förder-Unterricht sowie eine breitgefächerte Freizeitgestaltung. Die Angebote sind vorrangig für den Nachmittagsbereich gedacht. Für die Umsetzung hofft Smirnow vor allem auf die Unterstützung von regionalen Partnern, Vereinen und Institutionen (siehe auch Infokasten).

Angebote für fünfte und siebte Klasse

„Die Angebote wollen wir schrittweise aufbauen“, erklärt Birgit Smirnow. Zunächst sollen zum neuen Schuljahr 2021/2022 die fünften bis siebenten Klassen einbezogen werden. In den Folgejahren können dann jeweils die neuen Fünftklässler von den Angeboten profitieren, so dass in drei Jahren die gesamte Schülerschaft beteiligt wird. Eine Ausnahme bilden die zehnten Klassen. „Die Zehntklässler haben die Möglichkeit, sich zu beteiligen“, erklärt die Schulleiterin. „Sie werden aber nicht dazu verpflichtet.“

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Die Teilnahme an den „außerunterrichtlichen Ganztagsangeboten“ erfolgt nach dem Einschreibe-Prinzip. „Die Schüler sollen sich für maximal zwei Angebote entscheiden“, erläutert Birgit Smirnow. Jeweils von Montag bis Donnerstag können sie dann an den Nachmittagen daran teilnehmen.

„Alle Angebote werden von Externen abgewickelt“, stellt Birgit Smirnow klar. Die Lehrerschaft hat damit nichts zu tun. Die Schulleitung sorgt für die Organisation und Umsetzung. Das Land stellt die entsprechenden Mittel für die Finanzierung der externen Unterstützer zur Verfügung.

Was die Schüler sich wünschen

Im Vorfeld wurden die Schüler/-innen befragt, welche Angebote sie sich wünschen. „Im Rahmen einer Ideen-Werkstatt sind die Wünsche unserer Schüler in das Vorhaben mit eingeflossen“, so Birgit Smirnow. Dabei spielte der Wunsch nach mehr Sport eine erhebliche Rolle. „Aufgrund der Personalprobleme war der Sportunterricht zuletzt stark eingeschränkt“, erklärt Smirnow. Da die gegenüber dem Schulgebäude befindliche Mehrzweckhalle an den Wochentagen jeweils bis 15 Uhr genutzt werden kann, steht der Erfüllung des Schüler-Wunsches grundsätzlich nichts im Wege.

Bei der Planung der außer- unterrichtlicher Angebote und der Suche nach Mitstreitern führte Birgit Smirnow auch bereits Gespräche mit Annegret Schwarz, der Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Bismark. „Sie hat verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt und auch schon Kontakte vermittelt“, berichtet Smirnow. So hat die Bürgermeisterin bereits zugesagt, den Stadtwehrleiter Frank Seeler für eine Arbeitsgemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Das wäre eine Kooperation zum gegenseitigen Nutzen, denn die Einheitsgemeinde könnte damit etwas für den dringend benötigten Feuerwehr-Nachwuchs tun.

Kooperation mit dem Roten Kreuz

Ein Kooperations-Vertrag besteht bereits mit dem TuS Schwarz-Weiß Bismark. Hier wird im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft Tischtennis gespielt. Weitere Kooperationen kann sich Birgit Smirnow mit dem Deutschen Roten Kreuz oder der Hochschule Magdeburg-Stendal vorstellen. „Mir schwebt auch so etwas wie Theaterpädagogik vor“, so Smirnow.

„Aber wir liegen nun einmal ziemlich außerhalb. Da wird es schwer, jemanden zu finden.“ Eine Zusammenarbeit strebt die Sekundarschule ebenfalls mit dem Bismarker Kleingartenverein an. Hier könnte auf die Erfahrungen der Kleingärtner aus den Kooperationen mit Kita, Grundschule und der Stendaler Tafel zurückgegriffen werden.

Moderne Schulküche

Der Verein stellt eine entsprechende Parzelle zur Verfügung und die Schüler bewirtschaften sie unter fachlicher Anleitung. Die Ernte könnte in der neuen, modernen Schulküche verarbeitet werden. Das Konzept der Bismarker Sekundarschule für die Entwicklung zu einer Ganztagsschule liegt derzeit beim Landesschulamt. Der Träger der Einrichtung, der Landkreis Stendal, hat per Kreistagsbeschluss dem Vorhaben bereits zugestimmt. Hier war unter anderem die Abstimmung mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) notwendig, weil laut Birgit Smirnow keine Zusatzkosten entstehen durften.

Die Bismarker Sekundarschule befindet sich auf dem Weg zur Ganztagsschule. „Damit wäre für uns natürlich auch eine bessere Außenwirkung verbunden“, stellt Birgit Smirnow fest. Der Start soll zum neuen Schuljahr 2021/2022 erfolgen. Und da wird vielleicht auch schon ein entsprechender Schriftzug über dem weinroten Eingangsportal von der Veränderung der Bismarker Schule künden.