Stendal l Nachdem in den vergangenen Tagen mehrere Altkleidercontainer im Stadtteil Stadtsee in Flammen aufgegangen waren, fahndet die Kriminalpolizei mit Hochdruck nach den Tätern. Eine eigene Ermittlungsgruppe sei jedoch noch nicht gebildet worden, teilt Dirk Marscheider vom Polizeirevier Stendal mit. Zum genauen Ermittlungsstand wollte er noch keine Angaben machen. Dennoch würde bei den nächtlichen Streifen ein besonderes Augenmerk auf das Stadtses-Gebiet gelegt werden. Auch seien Hinweise aus der Bevölkerung zu den Tätern immer noch sehr willkommen.

Regelrecht einladend für einen Feuerteufel, der womöglich weiter im Wohngebiet Stadtsee sein Unwesen treibt, ist gegenwärtig ein Müllberg vor einem Altkleidercontainer auf einem Supermarkt-Parkplatz. Kunden und Anwohner teilen diese Befürchtung und sind verärgert, zum einen über die Unvernunft der Bürger und zum anderen über das scheinbar tatenlose Zusehen der Stadt.

Im Rathaus heißt es auf Volksstimme-Anfrage dazu: Die Stadt ist für die Ordnung und Sauberkeit der Containerplätze in erster Linie nicht zuständig. „Die Verwaltung erteilt die Aufstellung der Container auf Antrag mit einer Sondernutzungsgenehmigung“, so Pressesprecher Philipp Krüger. Mit der Genehmigung sei der Aufsteller vertraglich verpflichtet, die Plätze in Ordnung zu halten und die Container regelmäßig zu leeren.

Gerade jetzt in der Corona-Krise, so Krüger weiter, gebe es jedoch zunehmend Probleme. Viel schneller als sonst seien die Behälter mit alter Kleidung „und leider auch vielem Unrat“ gefüllt als sonst. Die Aufsteller kämen mit dem Leeren nicht hinterher, zudem hätten sie Engpässe mit dem Absatz der Altkleider. „All das soll aber keine Entschuldigung für die untragbaren Zustände sein“, sagt Phillip Krüger. Man werde seitens der Stadt die Vertragspartner in die Pflicht nehmen. Andererseits appelliere er an die Vernunft der Bürger, die Altkleider nicht einfach vor dem Container zu entsorgen, falls dieser voll ist: „Das ist dann illegale Vermüllung, deren Entsorgung die Allgemeinheit zahlt.“