Arneburg l Nach mehr als einer vier Jahre andauernden Vorbereitungszeit beginnt beim Zweckverband Breitband Altmark (ZBA) nun die Bau- und Umsetzungsphase. Am Freitag machten zahlreiche Bürgermeister und allen voran die beiden Landräte Carsten Wulfänger und Michael Ziche (beide CDU) in Arneburg am Pappelweg einen ersten Spatenstich für schnelle Internetleitungen.

Förderung über 4 Millionen Euro

„Wir haben ein Konzept, das sich auch wirtschaftlich trägt“, sagte Ziche, der Geschäftsführer des 2012 gegründeten Zweckverbandes ist. Für das sogenannte erste Cluster (Bereich, Verbund), zu dem Arneburg gehört, werden vom Zweckverband rund acht Millionen Euro ausgegeben. Geld, das über Kredite finanziert wird und durch die Verpachtung des Netzes an den kommerziellen Anbieter DNS:NET aus Berlin wieder eingespielt werden soll. Ziche nannte bei dem Festakt weitere Zahlen: im Cluster 1 werden 370 Kilometer Glasfaserkabel verlegt und 2500 Gebäude angeschlossen. „Bis 2019 soll die gesamte Altmark angeschlossen sein“, versprach Ziche. Insgesamt sollen mehr als 100 Millionen Euro ausgegeben werden. Ob es die ursprünglich geplanten 115 Millionen Euro sein werden, vermochte Ziche Freitag noch nicht zu sagen.

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Auf jeden Fall gab es noch ein positives Signal aus Magdeburg. Staatssekretär Thomas Wünsch aus dem Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung im Land sagte für den Cluster 1 eine Förderung von vier Millionen Euro zu. Auch die übrigen Cluster sollen in ähnlicher Größenordnung gefördert werden, versprach Wünsch. Er hatte zuvor darauf verwiesen, dass die altmärkischen Kommunen „hervorragende Vorarbeit“ über den Zweckverband, dem einzigen seiner Art im Land, geleistet haben, nachdem es vor Jahren „ein totales Marktversagen“ hinsichtlich der Breitbandversorgung in der Region gegeben habe.

Michael Ziche wies darauf hin, dass es gerade mit dem Fördergeld möglich werde, auch sehr dünn besiedelte Gegenden wie bei Arendsee und Seehausen anzuschließen.

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„Wir setzen auf die richtige Technik, nichts ist schneller als Licht“, sagte Landrat Carsten Wulfänger. Mit den Glasfaserkabeln sei man auf Jahrzehnte gut aufgestellt und gewappnet, auch wenn sich die genutzten Datenvolumen ständig erhöhen. „Es werden kurzfristig 1000 Megabit möglich sein, dies kann aber locker verzehnfacht werden“, sagte Alexander Lucke, Geschäftsführer und Gründer der Firma DNS:NET aus Berlin. Das Unternehmen hat einen auf 25 Jahre festgelegten Vertrag mit dem Zweckverband zur Nutzung der Infrastruktur geschlossen.

Dass parallel zum Zweckverband die Telekom derzeit auch eine Offensive mit der Verlegung von Kupferkabeln vorantreibt, die eine Leistung von rund 250 Megabit ermöglicht, wollte am Freitag keiner der Verantwortlichen kommentieren.