Stendal l „Such dir eine Lehrstelle. Bevor es deine Eltern tun“, prangt auf dem Linienbus. Tipps für eine Lehrstelle liefert das Gefährt gleich mit: M & S Autohaus GmbH, Holztec Innenausbau GmbH Tangermünde sowie Metall- und Stahlbau Mauer Schinne bieten sich dort als Ausbildungsbetrieb an.

„Das Handwerk sucht Lehrlinge. Und das wird immer schwieriger“, sagt Hagen Mauer, der bei der Übergabe des „Handwerker“-Busses am Mittwochnachmittag in doppelter Funktion dabei ist – für seinen Betrieb in Schinne sucht er noch zwei Auszubildende und als Präsident der Handwerkskammer Magdeburg. Er schätzt ein: „Früher haben sich die Lehrlinge bei den Betrieben beworben, heute bewerben sich die Betriebe bei den Lehrlingen.“ Die „Bewerbung“ per Bus und Bahn sei eine effektive Möglichkeit. Deshalb unterstützt die Handwerkskammer die auf vorerst drei Jahre ausgelegte Bus-Werbeaktion. Die Betriebe zahlen eine Miete für ihre Werbefläche, den Löwenanteil aber trägt die Kammer.

Durch Sachsen-Anhalt rollen inzwischen 14 Linienbusse, die mit ihrem Äußerem Interesse an einer Ausbildung im Handwerk wecken sollen. Davon im Kreis Stendal allein drei. Auf ihnen präsentieren sich elf Firmen – ein Platz ist noch zu vergeben.

Wolfgang Berndt von der Holztec Innenausbau GmbH Tangermünde sieht und erhofft sich von der Werbung auf den Bussen nicht nur ein steigendes Interesse an einer Ausbildung in einem Handwerksberuf. „Es ist insgesamt wichtig für das Rückgrat der Wirtschaft zu werben“, betont er und sagt, es gelte auch Vorzüge des Handwerks aufzuzeigen. „Wir suchen ja Leute, die an hochintelligenten Maschinen arbeiten können und die Verantwortung übernehmen.“ Eine Chance auch für den künftigen Azubi, so Berndt.

Derzeit erlernen im Kreis Stendal 648 Auszubildende einen Handwerksberuf. In diesem Lehrjahr hätten etwa hundert weitere junge Leute bei Eignung einen Platz finden können, ist sich Bernhard Brauer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, sicher.

Vielleicht helfen da die Busse, die für Tischler, Metallbauer, Kraftfahrzeugmechatroniker werben, Potenziale auszuschöpfen. Frei nach dem Motto: „Such dir eine Lehrstelle. Bevor es deine Eltern tun.“