Stendal l „Da ist eine Wölbung. Das müsst ihr mal überprüfen“, weist Gerd Heinemann auf das Hinterrad eines Busses und klopft auf eine Stelle am Reifen, an der das ungeübte Auge erst beim dritten Hinsehen eine leichte Verdickung wahrnimmt. Heinemann gehört zur Abteilung Spezialisierte Verkehrsüberwachung des Polizeireviers BAB Börde. Ihr Einsatzgebiet ist hauptsächlich der gewerbliche Güterverkehr. Aber auch der Busverkehr.

Vor dem Start ins neue Schuljahr überprüfen die Beamten den technisch Zustand der Schulbusse. Am Montag nahmen sie gemeinsam mit Beamten des Stendaler Polizeireviers Fahrzeuge bei Stendalbus am Hohen Weg unter die Lupe, am Dienstag ist ein Busunternehmen in Goldbeck an der Reihe, am Mittwoch folgt ein weiteres erneut in Stendal.

Für Thomas Paproth, Verkehrsmeister bei Stendalbus, sind die Kontrollen nach eigenem Bekunden keine Last, keine Bevormundung. Im Gegenteil. „Ich bin da ganz entspannt. Es ist ja nicht so, dass wir hier halbkaputte Busse hinstellen“, merkt Paproth an. Sicherheitsrelevantes gebe es nicht zu bemängeln, ist er sich sicher. Und er fügt an: „Die Polizei guckt aber doch mit anderen Augen auf die Busse. Dafür bin ich dankbar.“

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Mit Reparaturschlitten zum Unterboden

Und so stoßen denn die Beamten mit ihren „anderen Augen“, doch auf den einen und anderen Mangel. So ist Christian Kühl und Mirko Behrend ein Steinschlag auf einer Windschutzscheibe aufgefallen. Der kann frisch von gestern sein, ist auf den ersten Blick eine Kleinigkeit, könnte sich aber auswachsen.

Die Beamten der Spezialisierten Verkehrsüberwachung haben im Laufe der Jahre eine gewisse Routine entwickelt, wissen genau, wohin sie schauen. „Motorraum, Fahrwerk, Unterkonstruktion“, nennt Heinemann Beispiele, während er auf einem Reparaturschlitten den Unterboden in Augenschein nimmt, dort unter anderem nach Rissen und Zeichen für Korrosion fahndet.

Fester Bestandteil der Kontrollliste ist auch der Einklemmschutz an den Türen. „Die Tür muss sich automatisch öffnen, wenn sich etwas in ihrem Bereich befindet, macht Michael Blunck deutlich. Ein funktionierender Einklemmschutz verhindere beispielsweise, dass Personen mitgeschleift werden. Einen Blick haben die Beamten auch auf die Nothämmer, mit denen im Fall der Fälle Passagiere Scheiben einschlagen und sich so aus dem Bus befreien können. „Nothämmer werden immer mal wieder gern gestohlen“, sagt Heimo Arlt.

Steinschlag

„Gravierende Mängel finden wir in der Regel nicht“, berichtet Marco Neiß. Wie der Sprecher des Stendaler Polizeireviers weiter sagt, geht es um die Sicherheit der Fahrgäste, die „gleichermaßen Anliegen von Polizei und Busunternehmen“ ist.

Das zeigte sich auch am Montag bei der Kontrolle bei Stendalbus. Vier Anmerkungen gab es dazu: zwei Abplatzungen an Windschutzscheiben, ein Ölleck und die Wölbung am Reifen. Verkehrsmeister Paproth meint dazu: „Den Reifen haben wir erst vor drei Wochen aufgezogen. Da nehmen wir Kontakt zur Firma auf.“