Stendal l Ihr Erfolgsrezept ist weder ein Hausmannskostkracher noch eine exotische Mischung – das Erfolgsrezept von Christiane und Ronald Wiertellok heißt schlicht: „Freundlichkeit.“ Na gut, das Essen müsse schon auch schmecken, „aber wichtig ist, dass man ein gutes Wort für die Leute hat und mit Herz und Seele an die Sache rangeht“. So sehen es die beiden Inhaber und Betreiber der Altmark-Cafeteria, die am 7. Dezember zum letzten Mal Mittagstisch anbieten.

Tochter immer mit dabei

Seit 2005 versorgten sie ihre Gäste im einstigen Pausenraum der Sparkasse mit Hausmannskost zu moderaten Preisen. „Die Leute mögen das“, sagt Ronald Wiertellok, der Koch. Seine Frau Christiane stand am Tresen, von Anfang an war auch Tochter Mandy Buchmüller dabei. „Sie war hier unsere Perle“, sagen beide unisono. Ein Familienunternehmen war die Cafeteria samt Partyservice von vornherein, so wie die Wiertelloks zuvor, seit 1991, die Tiergartengastronomie innehatten. Und während die Eltern – sie ist 69, er 65 Jahre alt – nun in Rente gehen, hat die Tochter eine neue Anstellung gefunden, wieder in der Gastronomie.

Keinen Nachfolger gefunden

Das Kochen ist Ronald Wiertelloks Beruf, angefangen hat er als Küchenleiter im VEB Maschinenbau in Stendal. Seine Frau ist gelernte Verkäuferin und die daraus stammende Zugewandtheit hat sie die Mittagsgäste jeden Tag spüren lassen. Zum letzten Mal also am nächsten Freitag. Dann hat es ein Ende mit der Altmark-Cafeteria, einen Nachfolger haben sie nicht gefunden. „Das fällt mir schon schwer“, sagt Christiane Wiertellok, so viele Stammkunden gab es, und es lief einfach gut. Gleichzeitig freut sie sich darauf, „sich mal was zu gönnen“.

Zu Hause wird es wohl bleiben wie gehabt: Da führt sie die Küchenregie, weiß sie besser, wie viel oder eher: wie wenig in die Töpfe muss, um alle satt zu bekommen. „Ich koche da immer viel zu viel“, sagt ihr Mann lachend.