Stendal l Montag Schließung von Kitas und Schulen, Dienstag schotten sich die Ämter und Behörden ab, Mittwoch bleibt eine Vielzahl von Geschäften zu, abends sind alle Gaststätten dicht. Die strengen Schutzmaßnahmen und damit verbundenen Verfügungen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, haben enorm an Fahrt aufgenommen.

Was noch kommt? Das weiß keiner. Was zu tun ist, hingegen schon. Ein Gang durch die Stendaler Innenstadt zeigt, viele wissen es und halten sich auch daran. Die Bedrohung, sich und andere Menschen mit dem gefährlichen Virus anstecken zu können, scheint angekommen zu sein. „Gemeinsam gegen Corona: Zuhause bleiben. Leben Retten!“ Das steht auf einem Plakat am Eingang des Modehauses Ramelow in Stendal und kann es nicht deutlicher ausdrücken. Jeder kann mithelfen, die Pandemie einzudämmen.

„Wir müssen und machen es auch“, sagt eine Geschäftsfrau. An der Ladentür hat sie neben der Schließverordnung, die bis zum 19 April gilt, noch einen großen Zettel geklebt, mit den Hinweis, wie sie jederzeit für die Kunden zu erreichen ist. An einem Laden mit Glasgestaltung ein Schild mit der Aufschrift: „Wir arbeiten weiter!“ Die Bestellungen können weiter aufgegeben und abgeholt werden. Überall, ob beim Arbeitsamt, Jobcenter, bei Verwaltungen, beim Notar, bei einer Versicherung, der Fahrschule und vielen mehr: Telefonnummern und auch Hinweise auf jeweilige Internetseiten. Jeder versucht, den Kontakt zur Außenwelt nicht abreißen zu lassen und mitzuteilen: „Wir sind für Sie da.“

Bilder

Drastische Einschnitte erleben aber auch jene, die noch öffnen dürfen. Geht keiner mehr zur Arbeit und halten sich immer mehr Menschen an die Empfehlung, das Haus so wenig wie möglich zu verlassen, „fehlt einfach die Laufkundschaft“, sagt eine Angestellte in einem Buch- und Zeitschriftenladen. Deshalb sei es für sie nur eine Frage der Zeit, bis die Bedrohung es erfordert, auch ihren Laden irgendwann zuzusperren.