Stendal l Am Haupteingang des Corona-Impfzentrums stehen Hinweise in Großbuchstaben für die Besucher. „Bitte bereithalten: Chipkarte, Impfausweis, Impfaufklärung und Medikationsplan“. Die Tür ist jedoch verschlossen, denn noch kann sich niemand in dem Impfzentrum in der Osterburger Straße 82/84 in Stendal gegen das Coronavirus immunisieren lassen.

„Wir sind bestens vorbereitet“, sagt Sebastian Stoll. Der 1. Beigeordnete des Landrats ist verantwortlich für den Aufbau des Impfzentrums, das am Mittwoch offiziell in Betrieb genommen wurde. Wie die Volksstimme am 17. Dezember berichtete, hatte Stoll mit der Lieferung des Gefrierschranks (bis minus 80 Grad Celsius) für die Aufbewahrung des Impfstoffes am Freitag gerechnet. „Er ist nicht gekommen, dafür wurde aber ein noch fehlender Kühlschrank geliefert.“

IT-Spezialisten im Impfzentrum

Vor Ort waren am Freitag IT-Spezialisten, die den Aufbau der Technik abgestimmt haben. „Sie wollen nächste Woche alles einrichten und die ersten Mitarbeiter des Zentrums schulen“, so Stoll. Für die Lieferung des Impfstoffes gebe es noch keinen Termin. Es heißt nur, nicht mehr vor Weihnachten. „Wir richten uns darauf ein, dass am Montag, 28. Dezember, mindestens ein Mobiles Impfteam am Start ist, um mit der Immunisierung in Alten- und Pflegeheimen beginnen zu können“, sagt Sebastian Stoll.

Die Leitung und Koordination dafür obliegt Friedhelm Cario vom DRK-Kreisverband Östliche Altmark. Pro Mobilem Impfteam geht er in der Anfangsphase von einer Drei-Mann-Besatzung plus einem Arzt aus. „Wir werden mindestens drei Mobile Teams im Landkreis benötigen“, sagt Cario und weist darauf hin, sie auch vorhalten zu können. Neben dem DRK ist die Johanniter-Unfall-Hilfe mit Personal und Fahrzeugen mit im Boot.

Im Impfzentrum selbst werden der Stendaler Apotheker Dr. Uwe Sänze und Mitglieder vom Deutschen Roten Kreuz tätig sein, alle ehrenamtlich. „Darüber bin ich riesig froh“, sagt Sebastian Stoll. „Die Kreisverwaltung hat keine Kapazitäten mehr.“ Und da Corona, „so schlimm wie alles ist“, nicht als Katastrophe eingestuft sei, „können wir nicht einfach Leute abkommandieren, sondern brauchen Freiwilliger“, sagt der Beigeordnete und blickt zuversichtlich auf den Impfstart.

Corona: Wer zuerst geimpft wird

Die Impfberechtigten sind dafür bundesweit nach Gruppen eingeteilt. Wenn er auf die Liste mit denen schaut, die zuerst geimpft werden sollen, vermisst der Internist und Kardiologe Dr. Herbert Wollmann einige Berufsgruppen: zum Beispiel niedergelassene Ärzte und deren Praxis-Mitarbeiter. Sie sollen zur dritten Gruppe gehören, ebenso wie die Erzieher und Lehrer.

Er selbst hatte schon infizierte Patienten in der Praxis, weiß zudem von Kollegen, die selbst infiziert waren und daher die Praxis schließen mussten. Weil das Gesundheitssystem in Deutschland zum Großteil auf den niedergelassenen Ärzten und ihren Teams beruhe, müssten auch sie weiter vorn auf der Liste stehen, meint der Stendaler – auch, weil Ende Januar bis in den März hinein zusätzlich mit einer Grippe-Welle gerechnet werden müsse.