Sterne des Sports

Die „Sterne des Sports“ sind eine Initiative der Volksbank Stendal eG mit Unterstützung ihres Dachverbandes und des Deutschen Olympischen Sportbundes. Sie zeichnen Sportvereine und ihre vielen ehrenamtlichen Helfer für ihr gesellschaftliches Engagement aus. Mit ihren Angeboten fördern sie Kinder und Jugendliche, tragen zum Schutz der Gesundheit bei, unterstützen Familien oder dienen einem besseren Miteinander.

„Sterne des Sports“ in Bronze werden auf regionaler Ebene verliehen. Die Erstplatzierten nehmen damit an der Wahl auf Landesebene teil. In Silber werden sie auf Landesebene verliehen. Wer hier der Erstplatzierte wird, hat zugleich die Chance auf den goldenen Stern.

In Stendal bewarben sich dieses Jahr 15 Vereine, deutlich weniger als in den Vorjahren, da Vereinsleben erst sehr später wieder zugelassen wurde.

Tangermünde l Es sollte eine kleine Alternative werden, ein Angebot an alle Läufer, die sich bis Mitte März für den 13. Marathon in Tangermünde angemeldet hatten. „Jeder läuft bei sich zu Hause und schickt uns sein Ergebnis“, war die Idee von Vereinsmitglied Anne Kupfer. „Coronathon“ war geboren, als klar wurde, dass im April keine 2000 Läufer an der Startlinie im Hafen stehen werden. Wenige Tage später musste der Verein offiziell den Lauf absagen, die Anmeldungen wurden geschlossen.

Idee verbreitet sich rasant im Netz

Aber nicht nur die bis dahin gemeldeten 1850 Läufer wollten den „Coronathon“ absolvieren. „Die Idee verbreitete sich, wie man so schön sagt, viral im Netz. Wir bekamen immer mehr Anfragen“, erzählte Carsten Birkholz vom Vereinsvorstand gestern. Der Verein reagierte, schaltete die Anmeldung wieder frei und 700 weitere Sportler aus aller Welt wollten mit dabei sein. Für zehn Euro Startgebühr.

Überwältigt von diesem Zuspruch wurden die Vereinsmitglieder zugleich überrollt von Arbeit. „Von Ende März bis Mitte Mai packten wir 2500 Briefe“, erinnerte sich Birkholz. Etwa 25 Helfer engagierten sich. Die bestellten Laufshirts und Medaillen sollten die Läufer vor dem Wochenende erreichen. Mit dem Shirt und der Medaille entstanden weltweit Läuferfotos, die die Läufer an den Marathonverein schickten.

Bilder

Startnummern im Akkord

Vor allem das eigentliche Laufwochenende, an dem auf dem Vereins-Mail-Konto 1210 Läufer ihre Fotos und Laufzeiten meldeten, „war eine enorme Herausforderung“. Das Zeitmess-System war zu diesem Zeitpunkt noch nicht dafür ausgelegt, dass die Läufer selbst ihre Zeiten eintragen konnten.

Nicht nur diese Aufgabe mussten die ehrenamtlich Engagierten leisten. „Die Läufer fragten auch nach Startnummern. Also haben wir unseren Urkunden-Druck missbraucht, damit jeder Zuhause seine eigene Startnummer und später auch seine eigene Urkunde drucken konnte“, beschreibt Carsten Birkholz weitere genommene Hürden.

Finanzielle Rettung

Rückblickend weiß Vereinsvorsitzender Thomas Staudt: „Damit haben wir uns finanziell gerettet.“ Die Läufer, die bis dahin bezahlt hatten, konnten laufen, haben T-Shirt, Medaille und Urkunde erhalten. 40 000 Euro waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgegeben worden. Noch heute ist das Lager voll mit Dingen, die für die 13. Marathonauflage bestimmt waren. „Für uns war es eine tolle Sache, die wir allerdings so nicht noch einmal erleben werden“, ist sich Carsten Birkholz sicher. „Es war etwas ganz Besonderes. Deshalb haben wir uns in diesem Jahr nach 2016 das erste Mal wieder um die ,Sterne des Sports‘ beworben.“

Schnell und innovativ

Volksbank-Vorstand Ingo Freidel und Mitarbeiterin Melanie Werner überreichten die Sieger-Trophäe und einen Scheck über 1500 Euro persönlich an Thomas Staudt und Carsten Birkholz. Als Sponsor des Laufes seit 13 Jahren zeigte sich Freidel begeistert von dem, „was der Verein in Tangermünde auf die Beine stellt hat“. Mit „Ihrem Coronathon waren Sie sehr, sehr schnell sehr innovativ, haben gezeigt, dass man auch in dieser Zeit nach vorn schauen kann und haben auf die digitale Technik gesetzt“, nannte Freidel Punkte, die die Jury in Stendal dazu bewogen hatten, den Laufverein auf Platz 1 zu heben.

Spende an Musiker

Auf Platz 2 wurde der Jiu-Jitsu-Verein Sachsen-Anhalt Stendal 1993 mit seinemProjekt „Prävention im Kinder-, Jugend-, Frauen- und Seniorenbereich“ gewählt. Platz 3 belegte der FSV Saxonia Tangermünde mit dem Projekt „Sportliche und soziale Entwicklung in unserem Verein“.

Der Elbdeichmarathonverein, der auch die verkauften Karten für die Eröffnungsveranstaltung mit Tänzchentee erstatten musste, konnte mehr als 1000 Euro an die Musiker von  „Tänzchentee“ spenden, da viele Kartenbesitzer auf die Rückerstattung verzichtet hatten. „Eine ganz tolle Geste“, sagte Ingo Freidel.